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Archive for September 2012

Zuerst erfahren wir, dass die Protagonistin nicht mit nassen Haaren ins Bett darf. Hört sich an, wie Mami´s Ermahnung an mich, als ich klein war. Oder wie Mami´s Ermahnung an sie. Frag mich aber, warum sie (nachdem sie schließlich studiumsabschlusszeugs schreibt) nicht selber s Hirn anschaltet, anstatt Mama´s Anweisungen nachzubeten.

250 km fahren? armes Hascherl. Thats live.

Ana… die heißt Ana? Ächt jetzt? Nicht etwa Anna? Sondern Ana? Heißt ihre Schwester dann Mia? So wie in diesen Foren für Menschen mit Esstörungen. Dort heißt Anorexie Ana und Bulimie Mia? Man verzeihe mir meine Assoziation. Aber wetten wir, dass Ana dünn ist? ggf. sogar über sich selber jammert, weil sie zu dünn ist?

Ja, die erste Seite geschafft. Tschakka!

Seite 2, ich bin doof. Ich weiß ja, dass es ein Hausfrauenbefeuchterbuch ist in dem es sexeln soll. Fragt mich nicht, welche Assoziation ich sofort bei „ich kann das nicht abblasen“ hatte.

Ana hat kein Mitleid mit ihrer grippekranken Wohnungsgenossin, weil die auch mit Grippe schön ist? Hat diese Ana irgendwas außer Luft hinter der Stirn? Ich mein, bei Grippe bin ich ja auch richtig hässlich, aber Grippe an und für sich ist nicht weniger unangenehm, wenn man dadurch nicht hässlich wird.

Aber auch ohne Mitleid kocht sie ihr Suppe. Der schöne Schleim, äh Schein, der zählt!

Ein graues Bürogebäude aus Glas und Stahl heißt GREY HOUSE? Wahnsinnig kreativ. Ja, ich weiß, der Typ heißt so. Aber trotzdem.

Auf Seite 2 hab ich erfahren, dass Kate, die Wohnungsfreundin, einen androgynen Körper hat. Auf Seite 3, dass Ana sich ihre Klamotten leihen kann. Hab ichs nicht gesagt, dass sie mager ist?

Ich muss aufhören, mich über jeden 2. Absatz zu ärgern, sonst kommen wir hier nicht weiter.

Sie soll den Typen da ja interviewen. Zuerst erfahren wir, dass sie sich für das eleganteste Outfit ihres Schranks entschieden hat, und als er reinkommt, dass sie sich falsch entschieden hat. Wäre der Jogginganzug klüger gewesen? Ah, er wars nicht. ok.

Nein, ich kriech Plack, sie stolpert über die Türschwelle und fällt auf die Schnauze. Erinnert mich an Bella aus Twilight, die war mitm Laufen auch überfordert. Die Autorin möchte uns vermutlich damit zeigen, wie hilflos das Weibi ist, wetten, dass der große ER, der Held, ihr nun beschützend (so ein Fußboden kann schon echt gefährlich angreifen) zur Seite springt?

Ja, tut er. Und Mr. Grey trägt einen grauen Anzug mit blablabla. Die Autorin beschreibt gerne Klamotten. Das ist mindestens das 10. Outfit. Allerdings werden mich diese Stellen zwischen den Anderen Stellen vermutlich als angenehmste irgendwie trösten. Sie beschreibt auch gerne und ausführlich Einrichtungen. Hat sie vorher für IKEA gearbeitet? Billy, Fritzi und Susi beschrieben?

Jetzt sind wir auf der 6. Seite und sie wird schon rot. Na, das kann ja lustig werden. Außerdem ist er ein Adonis, meint sie. Weil er einen grauen Anzug trägt und graue Augen hat und Grey heißt.

Sie ist wirklich wie Bella. Aus einem Rucksack, der die Öffnung oben hat, fallen ihr Sachen raus und auf den Boden. Mehrmals. Deshalb kann man auch gut erwähnen, wie geduldig er doch ist, um ihn uns LeserInnen sympathischer zu machen. Weiter gehts mit der Szene Sie stellt sich doof an und er macht einen auf geduldig. Würde er ihr sagen, dass sie ne doofe Nuss ist, ich würde ihn gleich besser leiden können.

Das Interview geht los. Nach der ersten Frage guckt er gleich mal enttäuscht. Hätte sie ihn doch besser fragen sollen, warum er so toll aussieht, hätt se. Unser Mr. Grey entpuppt sich als überhebliches arrogantes Gscheidhaferl. Eigentlich haben sich die beiden echt verdient.

Es folgt… überheblich-arrogant-blabla und sie findet ihn Kanz Kanz TTTToll.

Er: „Geld kann man nicht essen, Miss Steele, und auf diesem Planeten gibt es zu viele Menschen die Hungern.“ Nach dem ersten Halbsatz hab ich Hubert von Goisern, „Aba brenna duats guad“ im Kopf. Ich kann nix dafür. Und ums gleich vorwegzunehmen wird auch gleich klargestellt, dass der Adonis kein Menschenfreund ist, sondern das Essen dann an die ganzen Leute verkaufen kann, und dann hat er wieder mehr Geld. Ällabätsch!

Und er kann gut blablubb von sich geben, und andere Leute zitieren. Er kann auf jeden Fall besser auswendig lernen als ich. Da bin ich neidisch. Könnt ich auch so gut auswendiglernen wäre das mit der Gürtelprüfung leichter.

arrogant, arrogant, überheblich, blablubb, oh, er nennt sie beim Vornamen, hihi, was heißt jetzt das, arrogant, unsympathisch, blubb.

Mooooment. Sie schreibt Abschlussprüfungen, und weiß nicht, was sie danach machen möchte? Verdammt, ich hab mich in der 8. Klasse beworben, damit ich nach der 10. eine Ausbildungsstelle habe! Doof. Naiv.

Und er meint ächt er muss einen auf Papi machen, weil sie bei dem Regen beim Autofahren ja vorsichtig sein soll. Also, nicht so normal gesagt wie man das halt sagt, sondern im Stile von *ichbinsoerfahrenundlebensweisekindchenhöraufmich* und das kann ich schon im Reallife nicht abhaben, in Büchern noch weniger. Leute, ich hab nicht so viel Ahnung von den USA, aber so weit ich weiß, ist Seattle, wo wir grad sind, relativ bekannt dafür, dass es oft schifft, das sollte sogar das Naiverl wissen und deswegen damit gerechnet haben.

Dass er ihr aber die Tür aufhält und sagt, dass er das tut, damit sie nicht wieder auf die Lätschn fällt… wäre er sympathisch fänd ich das lustig. Nur leider ist er nicht sympathisch. Also ist es nur wiederum nur reines dummes völlig übertriebenes Brusthaartoupetgekämme.

Gott sei Dank, das erste Kapitel ist fast geschafft. Wenn mir jetzt noch jemand erklären könnte, wie man unsicher auf einen Aufzug wartet?

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Meine Schwiegermutter hat mir Shades of Grey geliehen, weil sie es so toll findet. Ich will das Buch eigentlich gar nicht lesen. Und uneigentlich auch nicht.

Alles, was ich bisher über den Schinken gehört hab gruselt mich. Die Protagonistin hat vermutlich die Worte „doof“ und „naiv“ und „hirnlos“ als Arschgeweih tätowiert. Und wie sehr ich dümmlich-naive Protagonistinnen mag weiß jeder, der weiß was ich von Twilight halte. Dort hab ich ja auch Teil 1 gelesen und dann nie wieder was, weils mich einfach genervt hat. Da hab ich eine ähnliche Einschätzung wie die FrauKatz.

Das Buch muss ein echter Hausfrauenbefeuchter sein. Oh je.

Aber sie besteht drauf, dass ich das lesen soll. Wie Schwiegermütter halt sein können. Und bevor ich deswegen Knatsch mit ihr krieg, geb ich nach. Mein Mann wird in 6 Wochen operiert, und ich will nicht genau zu der Zeit Krach mit ihr haben, wegen einem blöden Buch, das würde ihn stressen.

Also auf in den Kampf. Aber nicht alleine, das seh ich gar nicht ein… ihr dürft mitleiden. Ich werde jedes Kapitel zusammenfassen (und kommentieren *hust*), also lästern wir doch zusammen.

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etwas überbeansprucht

Bin zur Zeit etwas überbeansprucht. Ich bin müde. Hab momentan in der Arbeit 6-Tage-Wochen, mit seeeehr langen Tagen. (Was freu ich mich auf den Feiertag…) Ich geh ziemlich aufm Zahnfleisch daher, zur Zeit. Gleichzeitig hab ich zur Zeit auch wieder einen hübsch gefüllten Aufgabensäckel privat. Meine Gürtelprüfung rückt nämlich näher, und ich kann mir das Prüfungsprogramm immer noch nicht merken. Das ist wie Vokabellernen. Ich krieg die richtige Reihenfolge einfach nicht in meinen Schädel. Ich werde mir so Karteikärtchen schreiben und mich mittags von ner Freundin ausfragen lassen. Außerdem hat alle Welt jetzt die nächsten 8 Wochen Geburtstag. Ich brauche Geschenkideen!

Gestern wollte ich vor der Arbeit zum Reserl. Allerdings war sie nicht da – der Enkel hat eine Familienfeier anberaumt. Also musste ich an anderen Ständen einkaufen. Den ersten Feldsalat… hmmmmm war der zart! LECKER!!!

Meine Mama wollte mir ne Freude machen. Sie hat mir eine Kette geschenkt. Mit einem Schmetterling als Anhänger. Nachdem ich heuer schonmal eine Kette mit einem Schmetterlingsanhänger von ihr bekommen habe, sollte ich ihr vielleicht doch mal von meiner Lepidopteraphobie erzählen. Erstere Kette – da ist der Schmetterling sehr stilisiert und sieht schön aus, wenn man nicht so genau hinguckt könnts auch ne Blume sein. Die Kette kann ich tragen. Zweitere Kette – da ist der Körper des Schmetterlings relativ gut nachempfunden. Die geht gar nicht. Ich kann sie noch nicht mal aus der Geschenkbox rausholen. Und sie wird sicher wieder sagen, dass ich ihre Schmuckgeschenke niiiiiiie trage. Aber ich weiß nicht, ob ich ihr das sagen kann, mit der Phobie. Ich mein, es ist schon irgendwie ziemlich peinlich. Und unlogisch. Aber wenn eine Phobie logisch wär, wärs keine Phobie mehr. Ach, ich weiß auch nicht.

Ich bin ja sogar schon mal zum Facharzt gegangen, wegen der Phobie. Einmal hab ich unterm Autofahren ne Panikattacke mit Heulkrampf gehabt, weil so ein blöder Nachtfalter (und Nachtfalter sind noch schlimmer als Schmetterlinge) durchs offene Autofenster reingeflogen ist. Ich kam mir eh schon dämlich vor, weil: Was hab ich fürn Problem??? Da gehen Leute rein, die ernsthaft und schwerwiegend krank sind. Und ich sch*** mir in die Hosen wegen diesen ekeligen gruseligen Flatterviechern? Aber ich dachte mir, so gehts ja auch nicht weiter – ich mein, was machst denn dann, wenn sich so ein Vieh mal in die Wohnung verirrt. Ausziehen? Leider hab ich mich, nachdem ich mich endlich überwunden hab zum Doc zu gehen, dort überhaupt nicht ernst genommen gefühlt. Er meinte nur, Schmetterlinge seien doch hübsche Tiere, die alle Frauen lieben. Aber ich hätte Augenringe (Kunststück, nach nur 2 Stunden Schlaf die Nacht vorher – die Discobesucher gegenüber warn mal wieder überhaupt nicht laut, und dass der Bäcker nebenan ab 2 Uhr morgens das Radio aufs Fensterbrett vom offenen Fenster stellt macht mir auch nix) und wirke müde. Ob in meiner Partnerschaft alles in Ordnung ist? Ich solle mal regelmäßig kommen, und erstmal die Antidepressiva nehmen.

Hab ich getan. Lange. Hab immer wieder versucht, das Gespräch auf meine Angst vor Flatterviecher zu bringen. Er hat mich abgewürgt und von den neuen Fortschritten beim Laufen seines Kleinkindes erzählt. Nach langer Zeit hab ich das dann abgebrochen. Ich glaube nicht, dass er sich mit mir und meinen „eingebildeten“ Problemen auseinandersetzen, mir tatsächlich helfen wollte.

Ob ich es irgendwann mal nochmal versuche? Ich weiß nicht. Im Moment bin ich ganz gut in Vermeidung. Alle Fenster haben Fliegengitter, wenn ich nachts das Haus betrete, geht das ganz schnell, dass sich nix ins Haus verirren kann. Natürlich blicke ich mich dabei panisch um. Das Futter für meine Welli´s wird eingefroren. Zu groß die Angst, dass sich in dem Futter eine Mottenlarve (die ausgewachsen genauso gruslig ist wie ein Nachtfalter) oder ein Ei verstecken könnt.

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Hagelschaden

Im Winter werden wir wohl für ein paar Tage eine Städtereise machen. Wir sind die BF, der Bro, mein Mann und ich. Es wird uns wohl in den Norden verschlagen. Wenn alles klappt.

Die BF und ich sind der Meinung, dass so eine Städtereise einfach Vorteile hat. Man ist im Gegensatz zu einem Strandurlaub voll bekleidet, und die Reisebegleiter gucken nicht den ganzen Tag auf die Oberschenkel, die aussehen, wie nach einem mittelschweren Hagelschaden. Ich mein, nicht dass mein Mann meine Hagelschäden nicht kennen würde. Aber der Bro und die BF müssen diesem Anblick jetzt echt nicht tagelang ausgesetzt werden. Die BF fühlt, was ihre Hagelschäden angeht, genau so. Insofern haben wir uns für eine Städtereise entschieden. Ich bin schon voll aufgeregt! Drückt mir die Daumen, dass es klappt.

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…oder so ähnlich könnte irgendwann auch ein Buch von Rita Falk heißen.

Heute habe ich den zweiten Fall von Franz Eberhofer, ihrem Kommissar aus Niederkaltenkirchen gelesen.

Der erste Teil heißt Winterkartoffelknödel, der zweite Teil Dampfnudelblues und der dritte heißt Schweinskopf al Dente.

Den ersten Teil habe ich ungefähr vor 4 Wochen gelesen, den zweiten nun eben heute, den dritten hat noch meine Mama. Da muss ich noch warten.

Ich mag die beiden Bücher von Frau Falk. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig – sie schreibt so, wie dem Franz wohl der Schnabel gewachsen sein wird. Allerdings ist mein Schnabel recht ähnlich gewachsen, insofern tu ich mir da nicht so schwer. Allerdings lese ich selten Bücher, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind. Auch darauf musste ich mich erst einstellen.

Schön finde ich, dass immer wieder Dialektwörter drin vorkommen. Für Menschen, die einen anderen (oder gar keinen) Dialekt sprechen mag das störend sein (aber es ist ein Glossar hintendran!), das kann ich nicht beurteilen. Allerdings verdeutlicht das meines Erachtens die Bodenhaftung vom Franz. Er ist kein abgehobener Schickimickiermittler. Sondern einer, der im Saustall wohnt. Und da heißt das Bein nun mal Haxn und der Rechtsmediziner Leichenfläderer.

Allerdings werde ich die Bücher NIE in der Öffentlichkeit lesen – die Umgebung guckt immer so seltsam, wenn man liest und lacht.

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Noch ein Award!

Die liebe Laborfee http://gotsassaufeinemast.wordpress.com/ hat mir einen Award verliehen!

Die Regeln dafür kommen mir bekannt vor:

1. Der Blog, der diesen Award erhält, darf nicht mehr als 200 Leser haben.

2. Man muss über den Award auf seinem Blog berichten.

3. Der Blog des Nominators muss auf der eigenen Seite verlinkt werden, damit der auch bekannter wird (wobei die Laborfee garantiert bekannter ist, als meinereiner)

4. Gib den Award an 5 Blogs weiter und informiere sie drüber.

5. Schreibe diese Regeln auf Deinem Blog.
Ich habe mich sehr sehr über den Award gefreut. Hätte ich beim letzten Award schon gewusst, dass der kein Einzelkind bleibt, hätte ich ja da tatsächlich mit Award getaggt. Na, dann halt heute…

Nun soll ich den Award also an 5 Blogs weiterverleihen. Wen soll ich denn nur aussuchen? Ach, wisst ihr was, wir machen das jetzt so wie im Fernsehen: Fortsetzung folgt… So einen Preis muss man schließlich möglichst lange auskosten! Naja, ich werde es jetzt nicht ewig in die Länge ziehen. Versprochen. Aber wenn mir noch jemand einen Tip geben könnte, woran man erkennt, wer jetzt mehr oder weniger als 200 Besucher hat…?

Vor allem muss ich ja endlich mal den „alten“ Award noch einem Blog verleihen.

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Heute musste ich arbeiten. Und wenn ich schon in aller Herrgottsfrüh in die Stadt fahren muss, dann fahr ich doch noch früher um auf dem Selbsterzeugermarkt Obst und Gemüse einzukaufen. Egal, dass ich gestern Abend noch auf nem Mädelsabend war.

Oh, bevor ich zum Reserl komm, schnell noch zu gestern Abend. Zuerst war ich im Training. (Vany, leider keine schönen nackigen Männer, zum Glück auch sonst keine nackigen.) Der Trainer war wieder da, und hat mich rumgescheucht. Ein Mann war zum Probetraining da. Angeblich hab ich ihn zu hart angefasst, aber ich war wirklich ganz sanft! Naja, er wollts wissen, da war ich halt schon sanft aber nicht weicheiig. Bin ja mal gespannt, ob der wiederkommt. Anschließend Mädelsabend. Habe klugerweise einen Pulli angezogen, der meine Hämatome bedeckt, die sind immer noch nicht weg. Wir waren beim Italiener, war echt nett! Auf dem Weg zum Auto sind wir noch von ein paar angetrunkenen Typen angelabert worden, von wegen, warum wir schon heimgehen. Wir haben die ganz cool ignoriert. Naja, bis ich die Spinne an der Hauswand entdeckt hab (die war soooooo groß und bestimmt australisch und voll giftig und so) und das Wort „Spinne!!!!“ gequietscht hab. Die Herren: „Kommt zu uns, da sind keine Spinnen!“ Nadine hysterisch: „a…a…a..aba daaaaa!“ Blickwechsel mit Mädels. Und dann sind wir auf und davon, während die Herren gegröhlt haben.

Aber jetzt zum Reserl. Das Reserl hab ich vor ein paar Wochen kennengelernt. Das ist eine 88-jährige Dame, die ihr selbsterzeugtes Obst und Gemüse verkauft. Spritzen tut sie nicht, weil sie das Gift selber nicht essen möchte. Das Reserl hat inzwischen 2 neue Hüftgelenke. Und ohne den samstäglichen Markt wäre ihr langweilig. Das hält sie fit. Heute hat sie mir von ihrer Kürbispflanze erzählt. Da ist aus einem Kern den sie weggeworfen hat „so ein Kerle“ aufgegangen auf dem Komposthaufen. Und jetzt hängen da 32 Riesenkürbisse mit jeweils 20 kg dran. Einen hat sie dabei gehabt. Ich würd wirklich gerne wissen, wie das Reserl den hochgehoben hat. Eine Scheibe des Kürbisses hab ich gekauft, und nächsten Samstag erzähl ich ihr, wie er geschmeckt hat.

Die Frau ist einfach toll. Heute hat sie verwundert festgestellt, dass sie Kreislaufprobleme hat. Bei unserem momentanen Wetter noch nicht mal bei gesunden, jungen Menschen verwunderlich. Aber das Reserl sieht das nicht ein. Schließlich hat sie sonst auch keine Kreislaufprobleme. Ein anderer Kunde, ein pensionierter Arzt, riet ihr dazu, morgens mal den Blutdruck zu messen. Das Reserl hält das für Kokolores. Sie trinkt nächste Woche einfach nen Kaffee mehr. Und überhaupts kann noch nicht mal sie das Wetter ändern.

Als der pensionierte Arzt weg war, hat sie mir erzählt, dass er vor 5 Jahren (da war sie also 83), als sie wegen einer Hüfte im Krankenhaus war, um sie geworben hat. „Aber ich bin doch nicht blöd. Der hat doch nur jemanden gesucht, der arbeiten kann und ihm den Haushalt macht. Da hab ich ihn gefragt, wie alt er ist, der war damals 77. Dem hab ich gleich gesagt, dass er zu alt für mich ist! Was meinens, wie der gschaut hat?“

Und beklauen wollte sie auch jemand letzten Samstag. 2 Pfund Bohnen. Weil die Diebin gemeint hat, das Reserl sieht eh nix mehr. UNGLAUBLICH!!! Wieso bestiehlt jemand so eine nette, alte Lady? Der hat das Reserl allerdings auch Bescheid gegeben. Da hätte ich gern Mäuserl gespielt.

Klasse Frau, oder? Sie erinnert mich ein bisschen an meine Oma. Nur dass meine Oma heuer schon 90 wird.

Jetzt gehts in die Küche. Erst etwas rumpanschen, und dann Reserls Kürbis zu Suppe verarbeiten. Und wenn der Kürbis schmeckt, die entsprechenden Kerne trocknen und hoffen, dass daraus nächstes Jahr eine Kürbispflanze mit ganz vielen Reserlkürbissen wird. Ich hab keine Ahnung, welche Sorte der Kürbis ist. Das Reserl auch nicht. Hauptsach, er schmeckt.

Und dann gehts in die Heia. Hab letzte Nacht nicht sooo viel Schlaf bekommen.

Liebe Grüße

Nadine

P.S. Habe einen Award von der Laborfee bekommen. Werde aber erst morgen etwas dazu bloggen. Oder heute wenn ich fertiggepanscht hab und doch noch fit bin.

P.P.S. Mein neuer Kollege aus Sachsen (Eugen) liefert den Ein oder Anderen Lacher. Wir versuchen, hochdeutsch zu reden, und er versteht trotzdem nur die Hälfte. Während der Kaffeepause sitze ich nun neben ihm und dolmetsche (simultan!!!). Bin schließlich zweisprachig aufgewachsen. Daheim bayrisch und in der Schule hochdeutsch. Und jetzt erst fällt mir auf, wie viele Wörter wir benutzen, die in nördlicheren Gefilden wohl eher unüblich sind. Angefangen bei der Semmel (die wohl jeder kennt weil sie immer als Paradebeispiel herhalten muss) über die Stafflei (Klappleiter) bis zum Gradtler (für den mir kein hochdeutsches Synonym einfallen will, sondern nur eine Umschreibung). Auch sowas wie schiageln (schielen) wird hier einfach anders benannt. Vielleicht sollte ich diese Sachen einfach ab und zu mal hier erzählen?

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