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Archive for Juni 2013

Das Oma-Kind

Ich bin ein ziemliches Oma-Kind. Oma war immer da. Mama war in der Arbeit, Oma war da, wenn ich von der Schule heimkam. War ich krank, war Oma da. Hatte ich etwas angestellt und Angst, es Mama zu sagen, hab ich das Oma gesagt, die dann erstmal als erster Schutzwall fungierte. Als ich mich auf dem Heimweg von der Schule verletzt habe und in die Notaufnahme musste, hat das auch Oma organisiert. Klar hat Mama ihre Chefin davon überzeugt, dass sie sofort gehen muss und in die Notaufnahme zum Kind muss.

Wenn ich Probleme mit den Hausaufgaben hatte, hat Oma gesagt, „Dann musst es Dir halt nochmal genauer anschauen Du bist doch nicht dumm, Mädel!“ wenn ich schon in höheren Klassen war und sie mir nicht mehr helfen konnte.

Es gibt so viele Sachen, Oma war IMMER da.

Als ich vor 5 Jahren kirchlich heiratete, Oma war da 85, tanzte sie bis morgens um 1:30 zu aktuellen Charthits.

Damals fing sie an, etwas vergesslich zu werden. Allerdings nicht so arg.

Seit 2 Jahren wird es immer mehr mit ihrer Vergesslichkeit, die Demenz hat Einzug gehalten. Trotzdem hatte sie bis vor 5 Wochen noch ihren eigenen Hausstand, den sie auch alleine versorgt hat. 4 Dinge hatten sich geändert, in den letzten 2 Jahren. Meine Mama richtet einmal die Woche die Medikamente für diese Woche her. Mein Onkel übernahm die Versorgung der Familiengräber. Außer Haus ist sie nur noch mit Mercedes, ihrem Rollator unterwegs. Und sie bekommt 6 Tage die Woche mittags Essen auf Rädern.

Und jetzt ist alles anders. In den letzten 5 Wochen kam sie 3x über die Notaufnahme in die Klinik. Zuerst auf die neurologische Station, anschließend auf gerontopsychiatrische Stationen. Zwischen Krankenhausaufenthalt 1 und 2 war sie eine Nacht zu Hause. Zwischen 2 und 3 war sie knapp 1 1/2 Wochen in der Kurzzeitpflege.

In diesen 5 Wochen hat sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Sie hat sich letzte Woche so fest in ihre Sandalen eingeschnürt, damit sie „Halt“ hat, dass ihre Füße blau und geschwollen waren und hats nicht mal gespürt. Sie hat versucht mit einer verpackten Butter ein Brot zu streichen. Einmal hat sie meinen Vater zuerst nicht erkannt. Aufgrund körperlicher Symptomatik ging es ihr vor ein paar Tagen so schlecht, dass jeder der da war (Arzt, Mama, Onkel, Oma) dachte, sie stirbt jetzt. Und was wollte sie unbedingt noch loswerden? Dass sie die Kinder meiner Mama so sehr liebt.

Gottseidank haben diese körperlichen Probleme wieder aufgehört. Keiner weiß, was das ist und woher das kommt aber es kommt immer wieder.

Ich bin angespannt. Vielleicht kann ich mich mal kurz ablenken, aber ich erschrecke, wenn das Telefon klingelt. Seit Tagen bin ich völlig fertig, weil einfach noch keine Diagnose für die körperlichen Beschwerden feststeht. Vor der Arbeit, mittags und direkt nach Dienstschluss schweiße ich mich an mein Handy. Seit Mittwoch heule ich jeden Abend vor mich hin, einfach aus Sorge und Angst.

Am Donnerstag bin ich meiner Mutter gegenüber ausgeflippt. Ich hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir, telefonierte anschließend mit ihr. Und es kamen Vorwürfe, ich könne doch meiner (gleichaltrigen!) Cousine (die nicht so eine enge Bindung an Oma hat…) nicht erzählen, dass es Oma am Mittwoch bei meinem letzten Besuch nicht soooo gut ging, und wegen mir sei sie jetzt völlig fertig…

Ich war grad von der Dienststelle auf der Weg zu meinem Auto und lief durch einen Bereich mit vielen Passanten, telefonierte und heulschluchzte ins Telefon, ob ich jetzt im falschen Film bin, und ob sich eigentlich irgendwer dafür interessiert wie es MIR gegangen ist, dass ich vielleicht AUCH fertig bin – die Leute haben mich verdammt seltsam angeguckt, aber das war (und ist) mir (immer noch) soooo wurscht.

Gottseidank hat meine Mama nicht zurückgekeift, sondern mich im Prinzip verbal in den Arm genommen und getröstet. Sie sagte mir, dass ihr klar ist, dass ich auch fertig bin, und vermutlich auch fertiger als meine Cousine, aber diese reagiere so, dass sie meinen Onkel telefonisch schon fast terrorisiere und er ist übelst genervt. Ja, aber da kann doch ich nix dafür! Ich konnte ja echt nicht damit rechnen, dass sie soooooo reagiert. Ich kann sie künftig nicht mehr unterrichten, ich weiß dass mein Onkel durch diese Situation und sämtliche notwendige Umorganisiererei schon genug belastet ist, und kein (tschuldigung) hysterisches Weib per Standleitung am Telefon braucht. Wenn ihm das hilft erzähl ich ihr von selber nur noch positive Sachen, aber wenn sie mich anruft weil sie was wissen will – anlügen werde ich sie nicht.

Die Situation ist für mich im Moment echt belastend. Ich meine, ich habe 3 Elternteile. Mama, Papa und Oma. Und einem davon gehts nicht gut, dessen Leben wird aus den Angeln gehoben. Natürlich schlägt mir das aufs Gemüt. Natürlich habe ich Angst, welche Diagnose uns noch erwarten wird. Ich bin gedrückt. Unsere Kantinenfrau hat mich abgefangen und gefragt, ob alles in Ordnung ist, meine Augen seien so traurig (hab natürlich prompt zu Flennen angefangen). Überhaupt sind die Frauen in meinem Umfeld viel sensibler, sie reagieren quasi auf meine „Schwingungen“. Wenn ich mit roten Augen vom Heulen bei den Männern zum Sport erscheine – die sehen das nicht. Und ich bin da in gewisser Weise froh drum, dann kann ich versuchen, mich zumindest diese 90 Minuten mal abzulenken. Würde einer fragen, müsste ich antworten und würde Kampfanzug mit meinem schönen neuen schwarzen Gürtel im Trainingsraum stehen und weinen.

Am Montag oder Dienstag ist ein großes Doktorgespräch angesetzt, vielleicht erfahren wir da etwas Neues, etwas, das mich beruhigt, eine Diagnose, die sagt „Hey, es ist nix schlimmes, lebensbedrohliches!“. Dann bekomme ich vielleicht auch den Kopf wieder etwas frei. Und höre auf eine Frust-Angst-Fressattacke nach der Anderen zu bekommen.

Aber im Moment hab ich einfach Angst. Meine Gedanken kreisen nur noch um dieses Thema, und ich weiß, dass das nicht gut für mich ist. Aber gerade kann ich nicht anders. Klar denk ich auch mal dran, dass ich mich nächste Woche doch mal nach nem Outfit für die bald stattfindende Hochzeit der hysterischen Cousine umgucken sollte. Und ich überleg mir, wie ich das Geldgeschenk hübsch verpacken könnte (und ich brauch auch noch eine Verpackung für meine Eltern und eine für Oma, das hab ich schon vor Monaten versprochen), und ich hab ganz viele nette Ideen und kann mich gar nicht entscheiden. Ich denk auch dran, dass in den nächsten 8 Wochen 2 Freundinnen Geburtstag haben, die beide etwas selbstgenähtes bekommen sollen, wo ich das Equipment schon daheim hab, aber noch nicht zum Nähen gekommen bin.

Das Nähen selbst wäre auch jetzt nicht das Problem. Aber die Konzentration für das exakte Zuschneiden der Einzelteile fehlt mir. Oma würde jetzt sagen, ich solle mich davon nicht ablenken lassen, ich könne es eh nicht ändern, und mich auf das konzentrieren, was zu tun ist weil ich sonst nicht rechtzeitig fertig werden würde. Vielleicht krieg ich das auch hin. Weil ich genau weiß, dass Oma mir den Kopf waschen würde, wenn sie wüsste, wie es mir geht. Und vor dem Anschiß hab ich einen Heidenrespekt.

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Die Arbeit ist einfach ein großer Teil meines Lebens. Isso. Wenn man Montag bis Freitag täglich 10 Stunden plusminus, und ab und zu noch samstags oder gar sonntags mit den Kollegen und der Arbeit verbringt ist das nicht verwunderlich.

Naturgemäß hat man mit den einen mehr und mit den anderen weniger zu tun. Die weitaus meisten meiner Kollegen sind super, die Chefin ist nett, und den Chef krieg ich nie zu Gesicht. Der ist nicht unnett nur ein bisschen ein Weichei.

Vor sehr wenigen Wochen hatten wir ein Teamseminar um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Das Seminar ging Samstag und Sonntag, wobei am Sonntag dann der „gemütliche“ Teil mit Stadtführung war. Am Samstag haben wir viel diskutiert (hitzig) und neue Infos aufgenommen. Abends, gegen 20 Uhr, als die Stimmen dann kratzig waren, war noch Abendessen angesagt und es wurde eine gesellige Runde. Anschließend ging ich mit den anderen beiden U30-Kollegen noch auf die Piste. Die beiden, nennen wir sie Angelo und Muscolix, sind altersmäßig dicht an mir dran. Angelo ist grad mal 10 Wochen älter und mit einer der coolsten Frauen die ich kenne verheiratet. Muscolix ist 2 Jahre jünger, lebt a la carte. Angelo kenn ich schon seit über 12 Jahren, Muscolix immerhin auch schon 9 Jahre. Angelo ist, wie ich, Sachbearbeiter. Muscolix hat großes vor im Leben, er quält sich grade durch eine überbetriebliche Fortbildung um Chef werden zu können. Also hat Muscolix gerade einen ähnlichen Status wie ein Azubi.

Jeeedenfalls. Gegen 2 Uhr, als die restlichen Kollegen (aka „die Ü-30-Bagage“) alle im Bett waren, waren wir noch topfit. Wat nu? Jacken holen und los! Stadtführung bei Nacht! Muscolix der Sportler hat seine Groupies ja überall, also auch in dieser Stadt und hatte auch ruckzuck Tips, wo wir hingehen könnten (primär da, wo die Groupies waren *hust*). Nadine ruiniert bei dem blöden Pflasterbelag fast ihre Absätze, aber egal. S hat sich rentiert. Wir haben nicht nur HIN gefunden zur Feiermeile, wir haben auch eine herrlich vergammelte Disco gefunden (ähnlich meiner früheren Stammdisco daheim – ich brauch da irgendwie so einen Gammelfaktor, dass ich mich daheim fühl), in der auch noch – haltet euch fest: Eine 90er Jahre Party war! Wir hatten alle schon den ein oder anderen Schluck genossen (der Wein war süffig beim Abendessen und danach…)

In der Gewissheit, dass einen da niemand kennt kann man mal total albern sein (gut, bin ich sonst auch, aber halt nochmal gesteigert), die anderen beiden ja auch, und es verpetzt einen ja keiner^^

Angelo zickt erstmal rum, er sieht aus wie die alten haarlosen Spießer, über die er sich früher immer lustig gemacht hat, wenn die mit Hemd und mit wenig Haaren unter uns in der Disco waren (und zerrt währenddessen an seinem obersten Hemdknopf, weil wegen Luft und versucht die inzwischen doch vorhandene Kopfhaut zu verstecken).

Muscolix macht erst mal den Hasencheck. Seine Groupiesbar war überfüllt, da kamen wir nicht mehr rein und deshalb muss sich ja erstmal orientiert werden.

Und wenn ihr JEMALS eure damals voll coolen und heute voll abgebrühten Kollegen, von denen ihr immer dachtet, sie hätten von den Backstreet Boys und Britney Spears noch nicht mal die Namen mitbekommen (es sind ja auch immer Manowar und Metallica und so CDs rumgeflogen!), voll zu Quint playing games with my heart (schreibt man das so?) und Get down und Ops I did it again abzappeln und mitgröhlen (ich kanns nicht anders sagen… hätt ich das nur auf Video, das würde gegen die nächste Winterdepression helfen!) sehen habt, DANN wisst ihr was ich meine. Nicht, dass ich besser gewesen wäre. Wenn ich den Mund halte und niemandem erzähle, dass sie diese Lieder auswendig können und die Choreographien nachgeahmt haben, erzählen sie vielleicht auch niemandem, dass ich das auch… interpretiert hab? Das ist rein hypotetisch, ist natürlich nie passiert… 😉

Die dortigen Hasen ließen den Muscolix übrigens abblitzen. War für Angelo und mich sehr interessant („Guck! Jetzt versucht ers bei der!“ „Ne, die mit DEM T-Shirt?“ oder „Meinst Du er hat gesehen, dass die da vor 1 Minute noch mit ihrem Freund da stand?“ „Ja sicher, und ich würde wetten, dass die sich grad von dem getrennt hat, die ist stinkesauer auf alle Männer, da sollte er besser aufpassen dass er keine fängt!“ „Echt?“ „Angelo, du bist verheiratet, du müsstest doch den TÖTEN-Blick kennen…“ oder so halt). Aber auch die anderen Gäste waren für uns 3 Musketiere wertvolle Studienobjekte („Du, der in der Karohose wackelt voll komisch rum!“ „Vielleicht solltest Du aufhören zu hüpfen, dann wär das nicht mehr so komisch…?“ oder „Muscolix, der Typ da gafft die Nadine an… bleiben und aufbauen und Schutz demonstrieren oder verstecken, zuschauen und ablachen?“)

Und als wir gerade bei „Eiii did it meeeeiiiii wäääähiii“ angekommen sind wars auch schon 4 (wo ist die Zeit hin?) und die haben tatsächlich zu gemacht. Frechheit. Waren wir doch immer noch voll aufgedreht und fit. War wohl zu viel Red Bull im Vodka…

Jedenfalls haben die dann einfach die Gehsteige (fast) überall hochgeklappt, und die, die noch aufhatten, haben niemanden mehr rein gelassen weil überfüllt.

Während Frau klug ist und noch VOR dem Verlassen des Schankbetriebes mit Musikunterhaltung die Exkremententsorgungsstation aufsucht, machen die Männer das natürlich nicht. 25 Minuten später, nachdem wir festgestellt haben, dass wir wirklich nirgends mehr reinkommen müssen beide Wasser lassen. Natürlich umgehend und dringend und keinesfalls mehr aufzuhalten bis wir wieder beim Beherbergungsbetrieb sind. Wie es halt so ist. Egal, ob Du Kinder auf dem Rücksitz hast die bei der Hofausfahrt müssen, obwohl sie 10 Meter eher, an der Haustür, Stein und Bein geschworen haben, nicht zu müssen, oder ob Du Kollegen im Schlepptau hast. Irgendwas is immer. Nur, woher jetzt ein Klo nehmen?

Ach, es sind Männer, die brauchen sowas nicht. Wir mussten an einem Bach entlang. Ich wurde als Wache aufgestellt (wohlgemerkt mit dem RÜCKEN zu ihnen) während die beiden – naja, ihr wisst schon. Da haben wir noch Hochwasserwitze gemacht. Kurz drauf nicht mehr.

Um 4:45 kommen wir im Hotel an, und weil wir voll sozial sind gehen wir nochmal auf die Klos in der Eingangshalle hinter der Spielecke, nicht, dass wir unsere Kolleg/Innen, mit denen wir unsere Zimmer teilen, noch aufwecken.

Ich bin ein Übermensch. Trotz Alkoholgenuss und überdrehter Müdigkeit komm ich aus dem Klo raus und sehe Musculix im Bällebad sitzen und Angelo ein Legohaus bauen. Beide mit vollem Eifer. Jeder Nichtübermensch hätte einen Lachanfall bekommen, von dem er sich nur schwer erholt hätte. Ich habe es geschafft, diesen nicht zu bekommen.

Um 9 Uhr war dann übrigens Frühstück und ich bin ohne Wecker um 8:30 aufgestanden. Nach 3 1/2 Stunden Schlaf. Und ich war fit und aufnahmebereit und entspannt und nett (nach dem Kaffee – wir wollen ja mal nicht übertreiben!). Und nichtmal faltig oder verquollen. Was mir äußerst entgeisterte Blicke einbrachte weil es sich natürlich noch vor dem Blinzeln rumgesprochen hatte, wann wir wieder da waren. Gott sei Dank hat es sich auch rumgesprochen, dass jeder sein eigenes Bett ohne Verzögerung aufgesucht hat – man weiß ja nicht, was da sonst so für Gerüchte bei rauskommen.

Nachdem wir am Sonntag Abend wieder daheim waren gings noch eben ins Theater. Und danach war ich überglücklich, als ich ENDLICH ins Bett fallen konnte.

…und jetzt bin ich thematisch noch nicht mal bei dem Croissant wo ich hin wollte, und bei den „erotischen Blitzen“ schon gleich 3x nicht… …auch der Kollege im Minirock steht noch aus.

Und trotzdem geh ich jetzt schlafen.

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Ich *batsch* kann *klatsch* grad leider  *zääääp* nicht schreiben *batschediklatsch*.

Weil sämtliche Schnakenviecher der ganzen Welt *batschbatschbummklatschbäng* beschlossen haben, mich aufzufressen auffer Terrasse.

Überlege, mir eine Imkerhaube und ein tragbares Mückennetz… nein? Sieht kacke aus? Ok, dann halt nicht.

Aber es ist UNFAIR! Ich will einen Security der mich beschützt! (Meines Wissens dreht Chris Hemsworth grad keinen Film…?)

Und Kollege liegt am Weiher. Ohne ein einziges Stechvieh, wie ich aktuell über whatsapp erfahren durfte. Klar, die SIND JA ALLE BEI MIR!!!

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Wenn, ja wenn…

wenn es nach mir geht, komme ich da diesen Monat noch hin. Seit 2 Jahren will ich mir das schon angucken! Drückt mir die Daumen!

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Die ursprüngliche Wetttervorhersage meinte ja, dass es ab gestern Abend regnen würde. Also hab ich ab 8 Uhr Vollgas im Garten gegeben. Ich habe getopft und gehackt und gepflanzt und zwischendurch immer wieder Wäsche aufgehängt und gewaschen. Ich glaube, ich hab einen Wäscheberg gewaschen, so hoch wie die Zugspitze!

Abends war ich dann bei einer Freundin zum Abendessen eingeladen und habe versprochen, das Dessert mitzubringen. Geplant war ein Erdbeer-Pfirsich-Tiramisu. Ab 4 war dann absehbar, dass das zeitlich nicht hinhauen wird. Nachdem eh noch keine Zutaten gekauft waren, Tim nochmal losgejagt um die Zutaten für den Notlösungsnachtisch (Baileyscreme) einzukaufen.

Um 5 war ich dann draußen soweit fertig, wie ich eigentlich um 12 sein wollte. Um 6 musste ich losfahren. Also bin ich verschwitzt und dreckig unter die Dusche gesprungen. Nachdem ich Heldin sehr blass und käsig bin, wäre es klug gewesen, sich in der Früh noch Sonnencreme aufzutun, aber mir war irgendwie nicht klar, dass schon Juni ist, und auch, wenn es die letzten Wochen durchgeregnet hat, die Sonne einfach Kraft hat und meine Haut das heuer ja noch nicht mal gewöhnt ist.

Also hab ich Sonnenbrand an den Armen. Was mich laut Tim wenn ich liege zur österreichischen Nationalfahne macht: rot (Arm) weiß (Körper) rot (Arm) – *mal eben über die Grenze wink*

Kann ich ja nur froh sein, nicht die bayrische Fahne zu sein, ich möchte keinesfalls so viele blaue Flecken haben, dass es aussieht wie ein Rautenmuster!!!

Um 5:45 hab ich dann die Baileyscreme gemacht und dann gings ab zum Essen! Selbstverfreilich habe ich den iTanni-Kaffee daheim vergessen. Wir wären nämlich 3 Kaffeemaniacs gewesen, die optimale Verkostungsjury! Davor hätten wir noch so Punkttäfelchen malen können… Jetzt mach ich das dann doch alleine.

Eiiigentlich sollte es jetzt seit 1 Stunde regnen, aber noch tut sich nix! Verdammt, wenn ich das gewusst hätte!!! Ich hab doch so tollen Jeansstoff gekauft für einen Jeansrucksack, dann hätte ich den heute vorwaschen und draußen aufhängen können. Aber wehe ich wasche den jetzt, dann fängts garantiert zum Regnen an, darauf würd ich wetten! Murphy und sein Law wurden extra für mich erfunden!

Oma geht es soweit ganz gut in der Klinik, Opa wurde am Freitag aus der Klinik entlassen.

Am Freitag hat mich ein Herr, der wohl einige Semester Knastologie studiert hat, mit (mindestens) schweren Prügeln bedroht, wenn wir in der Arbeit nicht machen was er will. Normalerweise tangiert mich das nicht, weil die dann emotional rumtoben, die kriegen sich wieder ein. Aber der war ganz ruhig und sachlich und hat das in einer ihm selbst schlüssig erscheinenden Logik erörtert. Mir war ganz schön mulmig, aber das hab ich dem nicht gezeigt. Ich glaub aber, der wär fähig dazu. Erst hatte ich auch etwas Angst, vor nächster Woche, jetzt bin ich aber primär sauer. Stinksauer. Wo sind wir denn eigentlich, dass irgendsoein mir unbekannter Mensch meint, mich einschüchtern zu müssen und zu können? Und dass der gleich damit rechnet, dass ich mich einschüchtern lass, seh ich so duckmäusig aus?????? Boah, das macht mich gleich noch wütender, wenn der mich so einschätzt.Also, irgendwas ist immer!

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Wasser und so

Die Scheitelwelle ist durch, allerdings ist in 48 Stunden wieder Sturzbachregen angesagt, es kann sein, dass es dann wieder kritischer wird. Die Situation entspannt mich nicht wirklich.

Vorgestern kam meine Oma aus der Klinik. Gestern wieder rein. Auch das ist nicht gerade entspannend. Morgen fahr ich in die Klinik und versuche, eine Art Prognose zu erfahren.

Die Pollenallergie nervt.

Das alles stresst mich, in der Arbeit konnte ich mich heute kaum konzentrieren.

Aaaaaaaber, als ich heute heimkam habe ich tolle Post gehabt! Zum Einen sind von AS Garten meine Pflanzen angekommen. Am Samstag werde ich sie eintopfen. Und, was noch viiiiiel wichtiger ist! Ich habe Post von iTanni bekommen, der hawaiianische Kaffee den ich bei ihr gewonnen habe ist da! – Foto folgt – Es lag ein ganz lieber Brief dabei und Skittles. Zweitere hat Tim bereits für sich beansprucht weil das nur fair sei, wenn ich schon Kaffee kriege. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Am Samstag werde ich den Kaffee testen, und dann berichten!

Jetzt wünsch ich euch allen eine gute, trockene Nacht.

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Blubb

geht ihr noch oder schwimmt ihr schon?

Halb Franken ist überschwemmt (bin mal gespannt wie die Kollegen übermorgen aus Hamburg da durch kommen wollen – die sollen ja zu uns!). Passau ist auch überschwemmt, aber die sind irgendwie jedes Jahr mehrmals überschwemmt. Die sollten gleich auf Pfählen bauen und sich Boote anschaffen. Dann brauchens nach nem Hochwasser nur noch die morschen Pfähle austauschen, das kommt billiger. Bei uns ist eine Hochwasserwarnmeldestufe ausgegeben. Nun, nicht direkt bei uns, sondern halt am Fluss, aber das ist ne gute Ecke weg. Auch das trockengelegte Moor 500 Meter weiter östlich, das sich auf fast 20 km erstreckt blubbert schon vor sich hin. In der Heimatstadt 26 km östlich ist ebenfalls Warnstufe. Als ich gestern früh in die Heimatstadt zur Arbeit fuhr und über die Flussbrücke gegangen bin… wohah! Schon krass! Da dachte ich, noch so 75 cm Wasser und der untere Fußweg ist weg. Bis gestern Abend war der Wasserstand dann um 64 cm gestiegen.

Bevor es unser Zuhause erwischt saufen aber zuerst die Schwiegereltern und dann meine Eltern ab, auch die BF und der Bro sind gefährdeter als wir. Und die hat es bei den letzten Hochwassern alle nicht erwischt. Nichtsdestotrotz bin ich verdammt froh darüber, dass wir ggf. Platz für alle hätten. 2 freie Betten, 1 Couch, 3 Klappmatratzen. Theoretisch auch noch n Feldbett, aber wehe es wird irgendwo aufgestellt wo mir der Laminat verkratzen könnt… Das ist trotzdem total tröstlich für mich, für meine Leute da sein zu können, wenn ich gebraucht werde.

Jedenfalls war das gestern ein ziemlich langer Tag.

Auf dem Weg zur Arbeit war ich auf dem Markt – ich wollte gucken, ob die alte Dame die ich letztes Jahr so knuffig fand, das Frau Reserl, wieder da war. Sie war im Herbst schließlich bereits 88 Jahre alt, und übern Winter war sie nicht da. Tatsächlich, verschrumpelt, humpelnd und mit ganz wachen Augen. Völlig empört hat sie mir erzählt, dass ihr Keller unter der Garage bestimmt bald unter Wasser steht, und dass der blöde Sturzregen am Vorabend sie tatsächlich aufgrund „Garten-mit-fast-weggeblasenem-Schirm-bearbeiten-zu-müssen“ so verlangsamt hat, dass sie fürs Radieserlbundmachen doppelt so lang wie sonst gebraucht hat, und dass ihr Enkel ihr heuer nicht helfen kann wenn der Keller volllaufen sollte, weil er beruflich nach Asien geschickt wurde…

Die besten Salatstecklinge bekommt man bei dieser netten vietnamesischen Familie (6 Kopfsalate: check), die schönsten Tomatenpflanzen bei dem Urbayern nebenan (2 tolle Pflanzen ergattert – meine sind heuer schon wieder nix geworden), der eine türkische Stand hat tolles Obst (hab aber diesmal nix gebraucht, aber man kann ja mal gucken), nur die Äpfel sind wo anders besser (hab da aber auch nix gebraucht). Der Würstelstand war von den übrigen Feiernden der letzten Nacht belagert. Der andere türkische Stand verkauft traumhafte Fladenbrote und Sesamkringel und Oliven und Aufstriche… Den Inhaber von diesem Stand kenn ich beruflich schon lange, der ist total nett! Inzwischen stehen allerdings meist die Söhne und die Tochter hinter der Verkaufstheke. Als ich bei Frau Reserl am Stand war lief einer der Söhne, der so Mitte 20 ist, vorbei (war wohl spät dran, der Gutste) und rief ihr ein freudestrahlendes „Guten Morgen, Oma!“ zu. Als sie noch Kinder waren, sind sie auch mit Papa zum Markt gegangen, und da haben sie wohl Frau Reserl als Oma adoptiert. Kann gut sein, dass der Ersatzenkel ihr dann beim Kellerauspumpen helfen darf, wenn der Originalenkel so weit weg ist.

Ich dachte mir, WENN ich schon samstags arbeiten muss dann gönne ich mir davor ein bisschen „good vibrations“ vom Markt.

Leider haben die nicht lange gehalten. Ich bin noch eben zum Bäcker rein gehüpft weil ich mir einen Kaffee zum geh holen wollte. Da saß an einem der Tische so ein unangenehmer etwas gammliger Zeitgenosse mit ungefähr 3 Promille. Der die ganze Zeit aggressiv rumgrölte, ich solle mich zu ihm setzen. Nein danke. Selbst wenn ich Zeit gehabt hätte. Gott sei Dank war er zu voll um aufzustehen und seinem Angebot körperlich nachzuhelfen. Es ist immer schade, wenn hübsche Tomatenpflanzen vielleicht Schaden erleiden weil man einem Suffkopf eine Lektion erteilen muss. Und wenn dann noch der Kaffee verschüttet wird ist das doppelt traurig.

Um 8:20 bin ich in der Arbeit angekommen, so hatte ich noch ausreichend Zeit vor der Öffnungszeit um 9 alles herzurichten. Normalerweise reicht es, wenn man so 20 Minuten vorher ankommt, aber normalerweise ist man auch zu 2. Für diesen Samstag war ich allerdings alleine eingeteilt da niemand spontan am Mittwoch oder Freitag zugesagt hat, einzuspringen für die erkrankte Kollegin. Die einen hatten keine Zeit, die andern keine Lust (das ist doch ARBEITSVERWEIGERUNG!!!). Und es war mit einem großen Ansturm zu rechnen (deswegen auch davor die Suche nach den Good Vibrations). Es war dann auch so, dass mit Öffnung der Türen die Menschen schon fast um die Wette liefen, um zuerst bei mir zu sein. Ich dachte mir schon: Ach Du Scheiße! Wenn das so weitergeht…

Aber… um 9:30 steht auf einmal ein Kollege vor mir.

Nadine: „Mike? Was machst denn Du da?“

Mike: „War bei meinem Termin – wurde abgesagt. Wusste, Du bist allein, deshalb bin ich von dort gleich reingefahren!“

Was hab ich mich gefreut! Wäre er heimgefahren und hätte sein Wochenende genossen hätte es kein Mensch erfahren!!! Der hat ne Extratafel Schokolade verdient! Solche Kollegen sind doch super!

Und zusammen haben wir es dann auch geschafft!

Anschließend wollte ich in die Klinik, ich bin kurz nach 1 raus aus der Arbeit. Am Mittwoch wurde mein Opa (Papa von Papa) eingeliefert, am Donnerstag die Omi (Mama´s Mama). Beide verwitwet. Trotzdem, meine Familie arbeitet stets praxisorientiert. Würden die nacheinander in die Klinik müssen, müssten die Angehörigen ja öfter fahren, so gehts auf eins…

Auf dem Weg dorthin wollte ich noch eben Kekse kaufen für die Patienten. Also, ab ins EInkaufszentrum, liegt ja eh aufm Weg. HAH!!! Sind das Spaßvögel. 20 Minuten hab ich nen Parkplatz gesucht, weil die den halben Parkplatz abgesperrt haben um einen Parcours aufzubauen weil Kindertag war. Ungefähr alle Eltern mit den Kindern der kompletten Region waren da und haben die übrigen Parkplätze belegt. Und das „nur“ wegen ein paar Keksen…

Endlich im Krankenhaus angekommen war ich bei Opa und Omi.

Opa (85) mit Lungenentzündung: hat noch Schmerzen in der Lunge und inhaliert, er ist nach ca. 2 Wochen Husten und immer weniger Luft und einigen Tagen Übergeben dann doch mal zum Hausarzt („weißt, Nadine, da hab ich mir dann gedacht, es könnt dann doch vielleicht eventuell was sein, dass irgendwas ned ganz stimmt, vielleicht geh ich doch mal zum Dr.“), ist dort zusammengebrochen und gleich eingeliefert worden. Auf Intensiv, inzwischen jedoch in ner normalen Abteilung. Weil, oh Wunder, es nicht normal ist, wenn man immer weniger Luft kriegt und an Tag X eigentlich fast gar keine mehr. Er ist stolz drauf, dass er sein Essen wieder behält, aber blöderweise ist er noch nicht wieder fit für seine 15 minütige Morgengymnastik die er seit seiner Wehrpflicht (außer er ist krank) täglich macht. Und das obwohl er doch jetzt seit einigen Monaten die Liegestützen weglässt. Es fehlt seit n paar Tagen einfach die Luft für die Gymnastik.

Omi (90) mit Schwindel aber ohne Diagnose: Will heim und macht die ganze Station rebellisch, aber es fehlen noch Untersuchungen. Wenn ihr die ärztlichen Anweisungen nicht gefallen versucht sie, sich davor zu drücken. Mit unschuldig-verschmitztem Gesichtsausdruck. Ich vermute, sie hat mal wieder zu wenig getrunken, deshalb der Schwindel und die Kreislaufbeschwerden. Allerdings trinkt sie auch jetzt nicht so besonders viel. Außer die Zimmernachbarin erinnert sie dran. Sie soll mit Rollator und ihren Besuchern spazieren gehen. Das mag sie aber nicht. Ich kann nicht genau erfühlen, ob sie grundsätzlich nicht laufen will oder nur zu ihren Bedingungen, denn sobald keiner hinschaut geht sie ohne Rollator („Der is a Glump, der Eiert! Meiner daheim, des is a gscheide Rennsemme, aber deeees!“) und ohne Begleitung auf Station spazieren. Und der Arzt, der das für leichtsinnig hält, soll erst mal 90 werden…

Allerdings wird ihr Kurzzeitgedächtnis immer schlechter, das macht mir ziemliche Sorgen.

Gegen 17 Uhr war ich daheim. So für 10 Minuten, denn gestern hatte auch noch die Schwiegeroma Geburtstag, und auf dem Weg dorthin mussten wir noch einkaufen gehen. Ich hatte ehrlich gesagt nach dem anstrengenden Tag relativ wenig Lust (wer kanns mir verdenken…) nochmal aufzubrechen, aber was sein muss muss sein. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich immer wieder Probleme mit der Schwiegermutter habe, aber gestern, wie auch schon die letzten Male, haben wir uns sehr gut verstanden. Es war ein richtig schöner Abend. Trotzdem war ich froh, als wir um 20:30 endlich daheim waren. Ich war einfach müde.

Und außerdem konnte ich dann zumindest die 2. Hälfte „meiner“ Bayern sehen. Und anschließend die Feier. Ich sach ja, der Thomas Müller und der David Alaba, die werden mal meine Schwiegersöhne! Was hab ich mit denen gelacht! Und Giovane Elber ist auch immer zu Scherzen aufgelegt. Den mag ich! Mario Mandzukic wird übrigens mein 3. Schwiegersohn, man braucht ja auch einen, der etwas ruhiger ist.

TRIPLE!!!!

Aber darüber freu ich mich erst, wenn die Scheitelwelle durch ist, und alle Keller und Häuser nach wie vor trocken sind. Tim war grad am Fluss und meinte, es sei beeindruckend. Ich freu mich über die beeindruckende Baukunst der Hochwasserschutzbauspezialisten, wenn die Gefahr vorüber ist.

Vor 3 Jahren hab ich mein altes Schlauchboot entsorgt – war das ein Fehler? Hätte ich es vielleicht nächste Woche gebraucht, um meine Arbeitsstelle zu erreichen?

Nun, ich habe sowohl den Jugendfreischwimmer als auch den Jugendrettungsschwimmer gemacht, damals. Ich bin bereit!

…aber… was baut der Nachbar da im Garten, und wo kommen die ganzen Tiere her, die ihm zuschauen?

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