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Posts Tagged ‘Reisebericht’

Salzburg

Vorletztes Wochenende war ich mit der BF in Salzburg, wir haben den legendären Salzburger Schnürlregen besichtigt.

Am Samstag hat es nur gepisst. Dies bedeutet, wir sind von Laden zu Laden gelaufen – willens, Geld los zu werden, aber fast nix gefunden – ein T-Shirt wurde es.

An den traditionellen Kaffeehäusern sind wir vorbeigelaufen, die haben wir vor Regen gar nicht gesehen. Wir sind dann eher in so Bistro-Cafe´s gelandet. Hauptsache, in der heißen Schokolade mit Schlagobers war auch ordentlich Rum drin. Das war da nicht so tröpferlweise, sondern schon fast ein doppeltes Stamperl und das mitten am Nachmittag. Da hat sichs wenigstens rentiert, dass wir per Zug unterwegs waren.

Richtig hässliche Schuhe haben wir auch gesehen. Alptraumlike.

In Salzburg hat jedes Geschäft, jede Bäckerei, jede Metzgerei, jedes Miniteil einen Schirmständer. Das ist uns aber erst abends und nachts beim Weggehen in den Bars so richtig aufgefallen. Die haben nämlich auch Schirmständer. Sogar die etwas gammligen Boazn. Hätten wir das gleich zu Anfang realisiert hätte ich jeden einzelnen Schirmständer fotografiert und eine Salzburg-Foto-Collage „Impressionen aus dem Nachbarland“ gemacht oder so. Ein Poster mit 150 Schirmständern. (Theorie: Eingesessene Salzburger erkennt man daran, dass sie immer mit Stockschirm unterwegs sind. Auch wenn die Sonne scheint.)

Am Sonntag war das Wetter etwas besser (man hat den Schirm nicht immer gebraucht), so dass wir auch die Kaffeehäuser gefunden haben.

Als alte Kaffeetanten war das für uns natürlich ein MUST VISIT. Darauf hatten wir uns weit am Meisten gefreut. Einspänner, Milchkaffee, Verlängerter. Etwas angespannt aufgrund des Wissens über Kaffeehauskellner sind wir also in das erste Kaffeehaus rein. Ich weiß, die in Wien sollen noch bissiger sein, aber auch Salzburg hat da so seinen Ruf.

Und – was soll ich sagen? Ich bin einfach interkulturell kompetent. Ich habe den Besuch überstanden, ohne dass der Kellner irgendwas zu bemängeln gehabt hätte. Und ja. Der war so wie die Vorurteile. Das hab ich miterlebt. Live und in Farbe. Allein schon einen Menschen dieses Schlages vorurteilsüblich ausflippen sehen war die ganze Reise wert. Bin froh, dass es nicht mich getroffen hat.

Gegen Nachmittag waren wir noch in einem anderen Kaffeehaus. Interkulturelle Kompetenz bewiesen sag ich da nur.

Jetzt will ich nach Wien. Die Variante für die Profis.

Ziemlich geil bei der Hinfahrt war ja auch, dass in dem Waggon wo die Schaffnerin die Ansage gemacht hat ein Junggesellenabschied mitfuhr. Die Burschen waren gut drauf. Der Bräutigam im Dirndl, die Bagage in der Lederhose, mit einigen Kästen Augustiner. Jedenfalls war da Party angesagt. So eine Party, dass man die Ansagen zum Thema „der nächste Halt ist“ leider nicht mehr verstanden hat. Weil die Party durch die Lautsprecher kam. Irgendwann haben die nicht mehr gebrüllt gelallt. Irgendwann haben die gebrüllt lallend gesungen. Keiner von denen hat auch nur ansatzweise Potential für den DSDS-Recall.

Mein Vorschlag in unserem Waggon zum „Kontersingen“ wurde von der BF und den vor uns sitzenden Österreicherinnen aufgenommen, aber die im Zug befindlichen asaitischen Touristen haben uns entsetzt angeschaut. Dabei empfanden wir das Hofbräuhaus der Spider Murphy Gang als passende Antwort. Textsicher ist im bajuwarischen Sprachraum da eh jeder und Melodie braucht man keine.

Dagegen war die Heimfahrt voll langweilig. Deshalb hat die gefühlt auch doppelt so lange gedauert.

Das Weggehen hat auch Spaß gemacht. Das bockt sich da einfach, weil die Österreicher nicht so maulfaul sind und sich eh recht wenig scheißen. Da kannst spontan mit jedem ratschen ohne dass Du blöd angeschaut wirst. Wir haben ne Mädelsclique kennen gelernt und noch ein paar andere lustige Gestalten. Mit einem bin ich fröhlich durch ne Bar getanzt (wer braucht schon Tanzfläche?) weil uns die Musik gefallen hat. Der Tänzer war n ziemlicher Spaßvogel, ich bin eh ne Rampensau – da kam ziemlicher Blödsinn bei raus. Ich bin mir sicher, die gerade-18-jährigen am Tisch neben uns waren irritiert.

Was mich aber echt genervt hat, war dass die ja in den Gaststätten rauchen dürfen. Ich bin das gar nicht mehr gewohnt, dass alles nach Rauch stinkt. Ich bin des Nächtens (und sooo viel Schlaf hatten wir nicht) mehrfach aufgewacht weil meine Haare nach Rauch gestunken haben. Dabei hatte ich sie geflochten damit sie mir nicht ins Gesicht fallen können. In Portugal wird zwar auch geraucht, aber irgendwie rauchen da weniger Leute weniger Zigaretten – da wars nicht so dass ich gar so nach Rauch gestunken hätte. Bisserl vielleicht. Aber nicht wie ein hundert Jahre alter Aschenbecher. Gottseidank hatte ich genug Klamotten dabei, so dass ich am Folgetag nicht das Problem hatte, dass ich die rauchige Strickjacke noch drüber ziehen musste.

Fazit: Salzburg jederzeit wieder, aber nur mit Regenschirm.

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Lissabon. Portugal.

Nach der Landung erstmal n Kaffee am Flughafen und den Stadtplan studiert. Wir haben nach Ankunft die Lisboa-Card genommen. Dann mit der Metro so nah wie möglich ans Hotel. Der Weg von der Metro bis zum Hotel Princesa Tea kam mir mit den Koffern total weit vor. Irgendwie hat mich der Weg auch etwas an Casablanca erinnert, ich hab mich nicht so sicher gefühlt. Die BF, die sich in Barcelona nicht so sicher fühlte (ich mich schon), fühlte sich hier sicher. In Madrid hatten wir beide immer ein gutes Gefühl.

Unser Zimmer war total schnuckelig. Klein, aber sauber. Keine Schamhaare auf Fernbedienungen, keine fast abfallenden Duschköpfe.

Wir wollten noch etwas die Stadt erkunden, und sind mit dem Stadtplan losmarschiert. Ich hatte noch nie in meinem Leben Probleme, mich mit einem Stadtplan zurecht zu finden. Egal ob Berlin, Rom, München, Barcelona, Nürnberg, Madrid, Copenhagen, Malmö, Vilnius – gebt mir eine Karte und lauft mir hinterher. Aber Lissabon? Das brachte mich etwas über meine Grenzen. Wir sind zwar dann schon im Bairro Alto (Viertel zum Ausgehen) angekommen, aber nicht ganz auf dem Weg, der geplant war. Wir waren dann in einer sehr sehr unkonventionell aussehenden Bar (davon folgen Fotos, denn das kann ich nicht beschreiben), wo ich mir einen Vinho Verde gegönnt hab, und die BF einen Cocktail. Gleichzeitig mit uns betraten 2 Männer die Bar, auch Touris, in etwa in unserem Alter. Beide attraktiv, beide sympathisch wirkend. Der eine davon so schön, dass man, wenn man ihn fotografiert hätte, unterstellt bekäme, man könne super mit Photoshop arbeiten. So schön. So nett. Und, leider, so schwul. Ein echter Verlust für die Frauenwelt.

Zurück sind wir dann mit der Metro gefahren (ich hatte Schiß, nie mehr anzukommen, wenn wir laufen), die Haltestelle Baixa Chiado war ja direkt neben dem Bairro Alto. Auf dem Weg dorthin habe ich noch „portugiesisches Origami“ gezeigt bekommen. Mir wurde ein Lesezeichen gefaltet, eines mit features. Ich werde zu dem Lesezeichen einen extra Eintrag mit Anleitung verfassen. FSK 14.

Die BF war noch fit, ich aber nicht mehr. Die ganze Passaktion nach der Nacht mit wenig Schlaf hat mich doch etwas erschöpft.

Am nächsten Tag sind wir sämtliche Yellow Buses – Touren gefahren (wir haben uns bewusst für Yellow Buses anstatt Citysightseeing entschieden, wegen der Belém-Tour und wegen der Tram). Alle 4 Stück. In Belém sind wir ausgestiegen und haben die Torre des Belém angeschaut, die Belém-Tour gemacht, ich hab von den Bäumen in Belém, die im Frühjahr lila blühen die Samen aufgehoben, die sie abgeworfen haben (das wird mein neues Pflanzprojekt!). Zwischen den 3 Bustouren und der Tram-Tour haben wir einen Expresso (nein, den schreibt man da wirklich so! Nicht dass jetzt gleich die erhobenen Zeigefinger kommen!) getrunken und zugesehen, wie so Modefotographen irgendein mir unbekanntes Male-Model im Anzug fotografierten. Ich guck jetzt immer die Anzugwerbung genauer an – vielleicht ist ja „unser“ Fotomodel an genau dem Ort dabei! Wär doch cool, sagen zu können: „Och, als dieses Foto gemacht wurde, da stand ich daneben!“

Jedenfalls waren wir 9 Stunden mit den Yellow Buses (also, 3x Bus, 1x Tram) unterwegs, wenn man die Zeit, die wir in der Torre des Belém verbracht haben, und die 2 Kaffeepausen mitzählt.

Dadurch hatte ich jetzt zumindest einen groben Überblick über Lissabon gewonnen (auch das ungute Gefühl vom 1. Abend war weg und kam nie wieder!). Der Stadtplaner wenn mir mal begegnet, dann sollte er uffpasse!

Wir wollten dann noch mit dem Elevador Santa Justa fahren. Aber, Aufzug fahren, wenn ich 2 1/2 Stunden dafür warten muss? Nä! Wir waren dann im H& M. Hamwa bei uns ja nich. Minirock gekauft. Und Pulli. Und n bürofähiges Winterkleid mit Strickjacke.

Bei der Tramtour hatten wir in Alfama eine Bar gesehen, wo es hieß, dass ab 20 Uhr Fado wäre. Nachdem wir in Spanien schon kein Flamenco gesehen hatten, wollten wir in Lissabon zumindest Fado erleben.

Nachdem Lissabon ja auf gefühlten 700 Hügeln erbaut wurde, und es eigentlich nur sehr huckliges Kopfsteinpflaster gibt, war ganz klar, dass ich flache Schuhe anziehe. Die Ballerinas aus Barcelona mussten herhalten.

Theorie: Wir fahren mit der Metro bis zur Tramhaltestelle, steigen um in die Tram 28, und wenn uns die Straße bekannt vorkommt (sprich: So aussieht, wie die Straße wo die Fado-Bar war) steigen wir aus.

Gute Idee. Nicht. Denn nachts sehen alle verwinkelten kleinen Gässchen irgendwie gleich aus. Als wir glaubten, da zu sein, wo wir hinwollten, und ausstiegen, gingen wir die Straße entlang. Haha! Wir waren in Grazia, dem Stadtteil der über Alfama liegt.

Da ich anhand des Stadtplanes mir einigermaßen sicher war, wo wir nach Alfama kommen, aber Lissabon mich da ja schon öfter verarscht hatte, habe ich den nächsten Passanten gefragt.

Der dann so: „You want to go to Alfama? Now? Just you 2? Don´t do this. It´s to dangerous for you!“ Das macht doch Mut! War doch überall gestanden, und auch bei den Yellow Buses gesagt worden, dass Alfama nachts so toll sei, mit den Fado-Restaurants und der Atmosphäre, und man sich das nicht entgehen lassen sollte…

Er empfohl uns dann ein Restaurant am Ende der Straße, das phantastisches Essen haben sollte. Und nachdem er uns den Weg erklärt hat (voll schwer… geht zu dem blau leuchtenden Schild da hinten… hätt ich nieeee geschafft), kam er doch gleich selber mit. Ja, Joey (so sollten wir ihn nennen, denn sein Name sei zu schwer für Nichtportugiesen) aß mit uns zu Abend. Ich habe den besten Schwertfisch seit Jahren, wenn nicht überhaupt jemals gegessen! Dann schleppte er uns zu seinem Lieblingscafe, wo wir Expresso tranken. Guter Kaffee.

Dann ging es weiter ins Chapito, was zwar in Alfama liegt „but with me, you are safe!“. Nagut. Und selbst wenn nicht – Joey war keine 1,50 groß, und ich trage einen Schwarzgurt in meiner Kampfsportart. Und ich hatte auch noch flache Schuhe an, ich kann zwar auch mit hohen Schuhen fighten, aber flach ist leichter. Außerdem machte Joey keinen gefährlichen Eindruck. Er kannte jeden zweiten Passanten, er wurde überall mit großem Hallo begrüßt. Bekannt wie ein bunter Hund.

Das Chapito ist auf jeden Fall einen Besuch wert, es sieht total schön aus. Allerdings spielten sie an diesem Abend Jazz. Oder irgendwas, was noch schlimmer ist für mich. Es hat sich auf alle Fälle so angehört, als würden verschiedene Menschen verschiedene Lieder in verschiedenen Tempi spielen, und jeder für sich. Ich war froh, dass wir nicht lange blieben, und von der Alfama über die Baixa ins Bairro Alto gegangen sind.

Ich konnte immer gut zuordnen, wo wir grad waren. Ich hätte nie den direkten oder kürzesten Weg zum nächsten Ort gefunden, aber ich wusste uns zumindest zu verorten.

Joey ist der geborene Entertainer. Was wir mit diesem Typen für eine Gaudi hatten, das geht auf keine Kuhhaut. Joey kann alles, weiß alles und ist überhaupt in allem der Beste. Aber er nimmt sich selber nicht so ganz ernst.

Joey ist zum Beispiel auch der beste Fotograph in ganz Lissabon, wenn nicht ganz Portugal oder ganz Europa. Sicher ist er sich da nicht. Ich wollte ein Haus fotographieren, aber unser Tausendsassa erklärte mir, dass ich für das optimale Bild, und natürlich hat Joey davon als Einziger Ahnung, einen Meter mehr nach rechts gehen muss und 50 cm mehr nach vorne. Natürlich habe ich deswegen, das beste Bild des kompletten Urlaubs gemacht, ist eh klar.

Joey ist selbstredend auch der beste Graffiti-künstler der Stadt, hat er doch mit seinen Freunden das berühmte Fado-Graffiti gemacht. Und in seiner Arbeit als Toningenieur ist er auch der Beste. Außerdem kann er perfekt auf hohen Schuhen laufen, auch wenn das auf dem Lissaboner Trottoir anstrengend ist (das hat er mal Fasching ausprobiert) und der beste Tänzer ist er eh. Und dass er der beste Tourist-Guide ist, können wir ja jetzt auch bestätigen.

Und dafür, dass alle seine Exen behaupten, dass er der beste Liebhaber ist, nun, dafür kann er echt nix. (Dabei bedeutungsvoll zu BF schielen.) Und übrigens ist er nur für echte Beziehungen und echte Liebe bereit, dies zu beweisen (weil „The One“ von den Backstreet Boys nur für ihn geschrieben wurde, auch wenn der Songwriter ihn nicht kennt). Es war so überzogen in seinem Klischee, dass es schon wieder lustig war. Ich denke, das war ihm auch bewusst. Und dieses übertriebene Südländermachogehabe, dass dann eben schon wieder lustig war, ist wohl keine ganz so schlechte Masche.

Als BF auf den Pflaster ausrutschte (sie war schuhtechnisch nicht so vernünftig wie ich, aber es war immerhin ein Blockabsatz) und sich gerade noch selber wieder ins Gleichgewicht gebracht hat, bot Joey ihr an, sie zu tragen. Weil er weiß ja eben, wie schwierig es auf diesem Pflaster mit den Schuhen ist. BF meinte nur, dann würde er unter ihr zusammenbrechen. Joey hat jetzt nicht behauptet, auch noch der größte Gewichtheber Lissabons zu sein, sondern hat ihr erklärt, dass für die richtige Frau (BETONUNG UND AUF BF GUCKEN DABEI!!!!) er zum Superhelden wird, und sie durch die ganze Welt tragen kann.

Und jetzt haltet euch fest. Wir sind mitten im Wohngebiet zwischen Alfama und Baixa, es ist mitten in der Nacht, so kurz nach 12 oder kurz vor 1, und Joey beginnt aus vollem Brustkorb zu singen. Enrique Iglesias. „Let me be your hero, baby!“ Der kennt den ganzen Text.

Während wir über die Straße gehen, er singender Weise, kommen wir über so ein Gitter drüber. Über diesem Joey dann seinen Marilyn Monroe – Moment hatte, mit seiner offenen Jacke und den Haaren.

Ich bin vor unterdrücktem Lachen fast geplatzt, das hatte so eine Situationskomik! Und der entgeisterte Gesichtsausdruck der BF dazu, das war definitiv eine der lustigsten Szenen meines bisherigen Lebens. Der Song Hero ist jetzt übrigens das Lied, das BF und mir gehört.

Joey war alles andere als attraktiv, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese clownige übertriebene Masche gut zieht. Die BF war jedenfalls hin und weg. Eine Mischung aus angezogen-fühlen und Faszination des Grauens, meinte sie.

Im Bairro Alto gingen wir in eine Bar, wo man auch tanzen konnte. Für mein wiederholtes „Lass Dich doch vom Hero tragen!“ musste ich büßen. BF steckte ihm, dem besten Tänzer, dass ich eine sehr gute Tänzerin sei (gut, das ist nicht gelogen, ich tanze schließlich seit fast 26 Jahren, und so ne Vizeeuropameisterschaft in der Schülerklasse damals lässt sich nicht wegdiskutieren) und dass ich sehr daran interessiert sei, wie man denn in Portugal tanzt. Das war auch nicht gelogen, soweit, aber. ABER!

Der beste Tänzer ließ sich das natürlich nicht zweimal sagen.

Ich habe kein Problem mit Körperkontakt beim Tanzen, das ist halt so. Ich bin da normalerweise auch entspannt. Auch wenn die Hand am Rücken direkt an der Ohrfeigengrenze unten liegt, wenn das so ist, ist das so. Hüfte an Hüfte, wie beim Tango? Kein Problem. Aber bei Joey konnte ich mich nicht entspannen, denn dadurch dass ich relativ groß bin endete sein Kopf noch unter meinem Hals, so auf Brustbeinhöhe. Ich hatte also einen fremden Kopf in einer relativ unentspannten Höhe – aber er verhielt sich, das muss ich jetzt auch unbedingt schreiben, hochanständig (ich war ja auch nicht sein Flirtziel!). Er immer so: Du musst Dich entspannen! BF amüsierte sich großartig. So lange, bis ich erklärte, das jetzt aufgrund des hervorragenden Lehrers perfekt zu beherrschen (das hat er natürlich geschluckt) und BF das jetzt auch lernen müsse. Ihr ging er immerhin bis zur Nase. Trotz 5 cm Absatz. Aber BF hat ein Problem mit Körperkontakt beim Tanzen (wusste ich vorher nicht). Selbst wenn man weit von ihr weg steht und nur den Arm auf dem oberen Rücken hat, wie bei manchen Partnertänzen, und nicht Körper an Körper, ist ihr das zu viel. Auch wenn sie eigentlich alles und jeden sofort umarmt.

Und portugiesischer Paartanz ist sehr nah (deshalb war ich Halloween auch froh, dass der Tänzer der mich aufforderte kein Portugiese war). Körper an Körper, die Hand des Mannes an der Ohrfeigengrenze, sein rechtes Bein zwischen den Beinen der Partnerin. Dann muss sie folgen und Arschwackeln tuns miteinander. Eigentlich nicht schwer.

Der beste Tanzlehrer ever hatte seine liebe Not mit ihr, und ich genoss meinen Daiquiri und schoss ein paar Fotos von ihnen. Irgendwann war er für den Anfang zufrieden, und außerdem war ihm ein Touri-Pärchen ins Auge gefallen, die für Portugal viel zu weit auseinanderstanden. Die hat er dann in Tanzhaltung korrigiert und zusammengeschoben und im Rhythmus korrigiert… ganz großes Kino!

Wir beschlossen dann, irgendwann, nach Hause zu laufen. Die Metro fuhr schon lange nicht mehr. Wir haben grob die richtige Richtung gefunden, aber leider weder die richtige Straße noch das Hotel. Und die Straßen, in denen wir waren, waren im Stadtplan nicht eingezeichnet. Taxi. Kurzstrecke, 3,90 Euro.

Fado auf den nächsten Abend verschoben, da Joey meinte, samstags sei Fado-Nacht in Bairro Alto, da wäre überall guter Fado zu hören.

3 Stunden Schlaf.

Frisch und ausgeruht (haha) sind wir mit Metro und Tram 28 nach Grazia (diesmal geplant), weil wir am Vorabend tolle Schuhe in den Schaufenstern gesehen hatten. Portugiesische Schuhe gehen nur bis 39. Die BF hat 37/38 aber nicht das gefunden, was sie wollte, ich hab das gefunden, was ich wollte, aber 41 1/2. Wir waren an diesem vormittag sicherlich in jedem Schuhgeschäft, das wir gefunden hatten.

Wir kamen wieder am Chapito vorbei, wo ich mir eine Kette gekauft hab. Mein neuer Glücksbringer. Emaille. 8 Euro. Von den dortigen Studenten gemacht. Einzelstück. Genau diese Kette hab ich gesucht.

Außerdem haben wir das Castello San Jorge von außen betrachtet. Da waren riesige Menschenansammlungen davor, die wirklich schon ewig gewartet haben. Irgendwer hat was von 3 Stunden erzählt.

Ich möchte das Castello gerne anschauen. Wenn ich mal wieder in Lissabon bin. Und mehr Zeit habe. Oder gleich ganz in der Früh komme.

Wir haben dann auf einer riesigen Sonnenterrasse in Alfama mit hervorragendem Ausblick (Foto kommt noch) Expresso getrunken und ich hab Karten geschrieben. Die Sonne hat da besonders gut getan. Ich mein, die hat die ganze Woche gut getan, aber da, auf der großen Terrasse und mit dem Expresso und dem netten Ausblick (nicht nur aufs Blau, sondern auch auf den Herrn vor uns, bruhaha!) halt ganz besonders. Wir sind dann über die Baixa (noch mehr unpassende Schuhe) ins Bairro Alto (noch mehr unpassende Schuhe) geschlendert, Elevador gefahren (halt nicht den Santa Justa, sondern nen anderen, ich glaub der hieß Bianca), und dann haben wir uns getrennt.

Ich wollte zum Hardrock-Cafe und ggf. noch zum Corte des Ingles (in Spanien war ich in keinem einzigen drin), BF wollte so eine Graffitimauer in der Nähe des Corte des Ingles anschauen. Und sie hatte da am Vortag so ein Geschäft mit einem tollen Pulli im Schaufenster gesehen.

Sie hat das Pulligeschäft nicht wieder gefunden und ist ewig weit gelaufen auf der Suche danach, ich hab im Corte des Ingles nette Sachen probiert aber nix gekauft. Aber im Hardrockcafe schon. Pinktober…

Und dann war schon wieder Aufmascheltime für abends. Ich hatte einerseits keine Lust, wieder flache Schuhe anzuziehen, weil ich damit so Sauerkrautstampferfüße hab (und meine weißen Ballerinas schon am Vortag leicht verschmutzt hab, muss das sein, ey), andererseits keine Lust, mich mit den Pumps (nicht den Lackpumps mit denen ich mir Blasen gelaufen hab, sondern die partyerprobten Pfennigabsatzschuhe) zwischen dem Pflaster zu verheddern und volle Kanne auf die Lädschn zu fliegen.

Also bin ich in den geliebten ausgelatschten Häkelballerinas bis zur Metro, und als wir in Baixa Chiado ausstiegen, hab ich Schuhe geswitcht. BF hatte eh ne große Tasche dabei.

20:10 Uhr: Dann suchen wir mal. Fado, Fado, Fado…

Nix Fado.

Aber total süßes kleines Fischrestaurant gefunden. Hatte nur 6 Tische. Ich hatte Salat mit Coodifish, was auch immer ein Coodifish ist. (Ahnung, anyone?) War auf alle Fälle lecker.

Anschließend ne Käseplatte (4 Sorten) mit Preiselbeermarmelade. Der Käse war so geil mit der Marmelade, mir läuft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen. Ich hätte den Käse vom Fleck weg geheiratet, wenn ich nicht schon verheiratet gewesen wäre. Gutes Essen macht einfach glücklich. Und der Vinho dazu…  hm, der war auch gut!

Anschließend in einem Cafe einen Expresso getrunken (letzte Nacht warens ja nur 3 Stunden). 2 Expresso übrigens 1,20 Euro, nur mal so als Hausnummer. Der Expresso in Portugal kostet zwischen 0,60 und 0,80 Euro, vielleicht mal 1 Euro wenn er teuer ist. Der Vinho ist teurer als in Spanien. In Spanien kostet das Glas 2 Euro, in Portugal 3-4 Euro. Dafür kostet in Portugal ein Cocktail nur 3 Euro.

Dann sind wir (Nichtraucher) in der vermutlich einzigen Kneipe in Bairro Alto gelandet, wo geraucht werden durfte. So wie früher bei uns. Kam mir gleich mind. 5 Jahre jünger vor.

Die Kneipe wurde von einem jungen Pärchen (2 Bubis) bewirtschaftet, die waren soooo süß zueinander, ganz herzig!

Wir wieder Expresso konsumiert. Ich bin ja doch ein Cafeholic.

An dem Tisch hinter mir saß so ein Typ der mich die ganze Zeit angestarrt hat. Ihr kennt den Spruch „mit Blicken ausziehen“? Das war eher ein Klamotten vom Leib brennen. Echt irgendwie unangenehm. Dann dachte ich mir, wenn ich hier schon Brandwunden davon trag, soll er wenigstens was dafür tun, und hab gefragt, wie lange denn die Metro fährt. Super. Der spricht nur portugiesisch und spanisch. Ich kann nur englisch, deutsch und a weng italienisch anbieten. Schade eigentlich. Denn der Blick switchte in der nächsten Zeit eher in so einen Röntgenblick. Dann hätte ich wenigstens noch fragen können, ob mit Herz Lunge Leber alles in Ordnung ist. Ich mein, wenn man schon mal geröntgt wird, könnte man das gleich noch abklären!

Jedenfalls, als ich mich vom Dr. Röntgen wieder der BF zuwandte hatte unser Tisch Zuwachs bekommen von den beiden Herren, die hinter der BF saßen. Metro fährt bis 1 Uhr, by the way. Die beiden sind Musiker in einer Alternative Rock Band (und s Flugzeug dreht um und fliegt zurück – ja ne is klaaar!). Das genannte Alter von 37 könnte dafür einigermaßen hinhauen. Die Namen auch. Drummerboy und Guitarreman ließen die kultivierten Philosophen raushängen. Wenn die beiden für eine Misswahl kandidiert hätten, wäre ihr Wunsch sicher auch „Weltfrieden“ gewesen (kennt ihr den Film Miss Undercover?). Drummerboy war sehr gut aussehend, Guitarreman eher nicht.

Die beiden waren auf dem Weg zu einer Szene-Veranstaltung der Musikerszene gegen Rassismus und luden uns ein, mitzukommen. Nachdem wir zu unserem Fado wohl wieder nicht kommen würden (Fado? Are you crazy? This is so depressiv!) und auch sonst nix vorhatten gingen wir mit. Die Veranstaltung sollte wohl auch im sehr belebten Bairro Alto sein, so dass wir ständig unter Menschen waren. Bin ja vorsichig!

Diese Szene-Veranstaltung war so… ja. Ich kann so schon nicht allzu viel mit Rap anfangen, aber auf portugiesisch gleich noch weniger.

Gott sei Dank waren unsere beiden Rocker auch nicht so die Rap-Fans, so dass wir der Veranstaltung (wo man sich namentlich eintragen musste -hoffentlich war das keine Veranstaltung wo mich jetzt der BND oder so beobachtet!) bald den Rücken kehrten.

Während BF und Drummerboy weit ausholende Schritte machten, textete Guitarreman mich zu, während ich versuchte, mit den Absätzen nicht stecken zu bleiben. Ich ließ dann gleich mal einfließen, dass ich verheiratet bin. Glücklich! Ja, wirklich! Total happy!!! Glücklicherweise hatte ich meinen Ehering dran, so dass ich das auch „beweisen“ konnte.

Super. BF und Drummerboy rasen voraus. Hoffentlich verlier ich BF und Drummerboy nicht und bleib mit Guitarreman zurück! BF findet niemals mehr wieder ins Hotel zurück! Ich schon, aber das hilft mir dann auch nix.

Beruhigenderweise haben wir die beiden nicht verloren, bis wir in der Disco ankamen. Im Gegensatz zu allen anderen Menschen mussten wir weder anstehen noch Eintritt bezahlen. Komische Geschäftsstrategie Guitarreman erzählte Drummerboy gleich mal, dass ich verheiratet bin. Ich glaub, das war meine erste Ü-30-Party. Scheiße, dabei bin ich noch keine 30!

Gottseidank hatte uns Joey am Vorabend den in Portugal üblichen Paartanz gezeigt, denn sonst hätte ich gar nicht gewusst, was das werden soll. Wir haben alle miteinander getanzt und gelacht. Schön wars. Sogar die BF hat mal mit dem bööööösen Körperkontakt getanzt, mit beiden. Die beiden waren ganz gute Tänzer, wobei Drummerboy auf alle Fälle der bessere Tänzer war, Guitarreman war etwas angespannter, so im Vergleich.

Dann wollten die beiden in eine andere Disco. Rockdisco. Nachdem in diesem Discoviertel echt total viel los war und wir uns durch Menschenmassen quetschen mussten, packte mich Drummerboy kurz entschlossen an der Hand, damit ich nicht verloren gehe. Auch wenn das keinesfalls irgendeinen flirty Hintergrund hatte, dachte ich mir nur so: MAANNN! Zuerst tanz ich total entspannt mit einem gut aussehenden Drummer, und dann zieht der mich auch noch an der Hand durch Lissabon! Wieso passiert mir das jetzt und nicht mit 16??? DA hätte das mein Ego gepusht! JETZT brauch ich das nicht mehr!

In der Rockdisco dann machte Drummerboy sein Interesse an der Single-BF (noch) offensichtlich(er). Dummerweise hat sie ihm einen Korb übergebraten (versteh ich heut noch nicht, jemand der so gut aussieht und sich beim Tanzen so gut bewegen kann wär doch sicherlich nicht das Schlechteste, aber ist ja ihre Entscheidung,sie braucht mir jetzt bloß daheim beim Weggehen nicht vorheulen, dass nix gscheids da rumläuft), so dass wir uns dann relativ schnell vom gebrochenen Herzen und seinem Kumpel verabschiedet haben. War eh schon 4 oder so. Mit Betonung auf oder so. Ich weiß nur noch noch, dass ich irgendwann in der Disco mal auf die Uhr geschaut hab und es war 4, und dass wir etwas später aufgebrochen sind.

Nach dem Schuhwechsel konnte ich dann auch wieder in vernünftigem Tempo ausschreiten. Wir kamen auch relativ gut zum Hotel, wenn auch mit Umweg.

Nach 3 Stunden Schlaf hätte ich den Wecker am Liebsten an die Wand gehauen. Wir gaben uns noch ne Dreiviertel Stunde.

Unser letzter Urlaubstag war angebrochen.

Wir fuhren mit dem Zug und unseren Augenringen nach Belém, weil es uns dort so gut gefallen hatte, dass wir unbedingt dort spazieren gehen wollten. Dort war auch gerade die sonntägliche Parade.

Nach einem kleinen Mittagsimbiss machten wir uns auf den Weg zum Hotel, Koffer holen, und dann zum Flughafen.

Unser Flug nach Hause, mit Zwischenstop auf Malle, rückte näher.

Am Flughafen angekommen musste BF wieder die Schuhe ausziehen, dafür blieb mein Pass wo er hingehörte. (DEAL!)

Auf Malle dann waren wir sofort wieder bei RTL 2 am Nachmittag. Tschakkeline und Keffinn sonnenverbrannt und besoffen. Voll das Gegenprogramm.

Im Flieger nach Hause hab ich mich erst mal vergewissert, welche Art Mensch hinter mir sitzt (waren eher so Nichtballermannurlauber, eher so Finca im Hinterland), weil ich etwas Sorge hatte, dass man mir ins Genick kotzt.

Zu Hause sind wir dann um Mitternacht gelandet. Dann noch eben die Koffer geholt (unglaublich, wir haben alle Koffer die komplette Reise jedes Mal bekommen!) und von Tim ins Auto verfrachten lassen.

Der Beste aller Heros hatte uns Wurstbrote mitgebracht, weil er wohl geahnt hatte, dass wir seit mittags nichts mehr gegessen hatten. Und er weiß ja, dass die BF da unleidlich wird.

Um 2 Uhr morgens waren wir zu Hause.

Und im nächsten Post gibts ein paar Fotos!

Let me be your hero, baby… lalalaaaa!

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Girls-Trip Teil 2

Nach unserer Landung in Madrid sind wir mit der Metro (weil… wegen Schienen und so) zum Hotel gefahren. Die Metro-Haltestelle war, wenn überhaupt, 200 m vom Hotel Asturias weg. Allerdings haben wir ne gute Stunde gebraucht!

Während in Barcelona die Metro kaum beschildert war, war das in Madrid kein Thema. Allerdings war man, wenn man umsteigen wollte/musste, ewig unterwegs. An derselben Haltestelle ist man mit Koffern und co. schon mal 10-15 Minuten von Ausstieg Linie X zu Einstieg Linie Y unterwegs (echt der Horror, wenn man, wie wir, München oder auch mal Nürnberg gewohnt ist). Und Rollstuhlfahrer möcht ich da auch keiner sein, da biste am Arsch. An manchen Haltestellen gibt es nämlich nur Treppen. Noch nicht mal Rolltreppen.

Im Hotel Asturias waren wir so gegen 8 Uhr am Abend. Wir müssen gerochen haben wie seit 3 Wochen verwesende Stinktiere. Schließlich sind wir in Barcelona bei 27°C mit den Koffern mit Metro und so zum Flughafen, haben da geschwitzt. Dann sind wir in Madrid nen halben Marathon mit Koffern treppauf und treppab gelaufen. Dass da keiner mehr riecht wie frische Morgensonne is ja klar.

Im Zimmer angekommen ging ich duschen (ein neuer Duschkopf täte dem Ganzen mal gut), zwischendurch hatte ich den Eindruck, dass das Wasser aufhört zu laufen (super, Haare gerade einshampooniert!), aber dann hat wohl wer anders zu Duschen aufgehört, so dass auch ich wieder Wasser bekam. In der Zwischenzeit – BF hat beschlossen etwas spanisches Fernsehen zu gucken, Weddingplaner irgendwas, wusste gar nicht, dass sie auf sowas steht – da hat BF doch auf der Fernbedienung glatt ein Schamhaar gefunden, dass sich kunstvoll zwischen die Tasten geklemmt hat. Gemäß dem Motto „was wir nicht sehen, ist auch nicht da“ beschlossen wir, keinesfalls unter die Bettdecke zu gucken. Sicher ist sicher.

Nachdem wir beide wieder nach Mensch rochen, beschlossen wir, etwas Essen zu gehen. Ich hatte im Reiseführer davor eine Tapas-Bar ausgemacht, in der es wohl allabendlich Flamenco geben sollte.

Die Lage vom Hotel war absolut super. Wir mussten nur raus aus der Tür und über die Straße und waren mitten im Geschehen. Die geplante Tapas-Bar haben wir auf Anhieb gefunden. Auf dem Schild an der Tür stand auch Vino & Flamenco.

Im Endeffekt hatten wir nur Vino (lecker!), keinen Flamenco.

In Madrid ist wirklich Bar an Bar an Bar, es ist der Hammer. Während Du in Barca schon mal Strecken an der La Rambla zurücklegen musst (oder eben dann doch ins Barri Gotic gehst, wo es etwas näher zusammen ist), musst Du Dich in Madrid entscheiden, wohin Du zuerst gehst – nebenan oder über die Straße? Oder doch in die Seitenstraße?

Wir gingen nach dem Essen zurück ins Hotel, da der Tag uns 1. geschafft hatte (ich weiß nicht ob ichs erwähnt hatte, wir haben in der Nacht vor dem Flug doch 3 Stunden irgendwas geschlafen…) und ich auf die beschissene Idee gekommen war, meine schwarzen Lackpumps das erste Mal ohne Strümpfe zu tragen. AUA!!! Die Blasen sieht man jetzt noch. Werde ich NIE WIEDER tun!

Am nächsten Tag haben wir nach dem Frühstück im Cafe schräg gegenüber die beiden Sightseeing-Busrunden gemacht, am Vormittag. Anschließend haben wir uns den Atocha-Bahnhof angesehen. Der ist ja mal echt geil. Unbeschreiblich! Wie so ein botanischer Indoor-Garten. Mit Wasserschildkröten. Die Teenie-Schildkröten hatten einen Megaspaß daran, die Babyschildkröten ins Wasser zu schubsen. Platsch! Und das eben noch schlafende Baby paddelte irritiert im Wasser.

Einen Cafe con leche im Restaurant des Atocha (was für eine tolle Atmosphäre!) später waren wir bereit, weiter zu gehen. Wir sind zum altnubischen Tempel gefahren, der da mitten in Madrid steht. BF hat der Tempel nicht interessiert, oder zumindest weniger, als die Madrilenen, die sich dahinter sonnten. So hab ich den alleine angeguckt. In Ägypten bin ich nie so nah an die Reliefs rangekommen, und hatte auch nicht so viel Zeit, mir die anzugucken. Da war viel mehr los, als hier, in Madrid. Und wenn ihr euch jetzt fragt, wie so ein Tempel nach Madrid kommt – dieser wurde der spanischen Regierung von der ägyptischen Regierung für die Hilfe beim Bau des Assuan-Stausees geschenkt.

Durch den Schloßgarten und vorbei an Schloß und Kathedrale machten wir uns auf in die Gässchen Madrids. Wir haben total viele Schuhgeschäfte gesehen, die einen spezialisiert auf Espandrilles, die anderen spezialisiert auf Tanz- und Flamenco-Schuhe, dann gab es noch Hutgeschäfte, ein total süßes Stoffgeschäft wo ich meinen kompletten Willen brauchte (und die Vorstellung eines explodierenden Koffers) um NICHT hinein zu gehen… und irgendwann waren wir wieder an der Plaza del Sol, wo auch der Bär steht, der am Erdbeerbaum nascht, das Wahrzeichen Madrids. Außerdem ist dieser Platz der beschlossene Mittelpunkt Spaniens, da von dort aus die Kilometerzählungen in alle Richtungen losgehen. Quasi Punto Zero.

Und weil ich ja in jeder Stadt ins Hardrock-Cafe muss (ich hab so ein Armband, wo man von jeder Stadt einen Charm dazuhängen kann, und wir haben die Shot-Gläser in der Vitrine stehen) sind wir noch die Prachtstraße hochgelaufen (habe über Whatsapp ein paar neidischmachende Bilder heim geschickt – insbesondere den im-Büro-sitzenden Kollegen, höhö) – und einfach die vorabendliche Stimmung genossen.

Nach dem allabendlichen Aufmascheln sind wir in die Taberna Pompeyana marschiert, weil dies eine der Bars war, die uns am Vorabend von außen schon gefallen hat. Da waren aber sooo viele cool aussehende Tapas-Bars – wir hätten mindestens eine Woche gebraucht, um uns die alle anzuschauen. Also, geniale Stadt!

Am Tisch nebenan saßen zwei spanische Mädels, mit denen wir etwas ins Gespräch kamen. Der Kellner hat sich nämlich unsterblich sofort in eins der Mädels verliebt, und brachte ihr ständig Essen als Geschenk. Natürlich kann das Mädel alleine keinesfalls das alles essen, und BF ist der Essensvernichter vor dem Herrn (nicht, dass man es ihr mit ihrer Größe 36 ansehen würd). So kamen wir ins Gespräch, Kellner starb tausend Tode dass das Mädel das Essen weitergab, sein Herz war gebrochen, Drama, Drama, Drama.

Wir hatten echt Spaß mit den beiden.

Wir zwei zogen dann weiter in eine Disco. Memo an mich: Schuhe mit Keilabsatz sind scheiße zum Tanzen. Gut, es waren die einzigen Schuhe, die nicht an die Blasen vom Vortag drückten, aber Salsa, Samba und Discorumgehüpfe funktionieren mit Keilabsatz einfach nicht, bzw. schon, aber es ist total anstrengend. Hatte also intuitiv die letzten 15-16 Jahre die richtigen Schuhe beim Weggehen an. Ich kam mir vor, als hätte ich zwei Klumpfüße. Kennt ihr „Der zerbrochene Krug“ von von Kleist? Ich hab irgendwie oft dran gedacht.

Ich hab mir auch überlegt, ob ich das als X-tra-hard-Zumba vermarkten könnte. Normales Zumba aber mit Keilabsatzschuhen mit mind. 8 cm Höhe. Oder wahlweise Gewichten um die Fußgelenke.

In der Disco zog die BF auf einmal so ne fünfköpfige Toyboy-Gruppe Anfang 20 herbei. Supi. Es waren viele gut aussehende und gut tanzende Spanier in unserem Alter (Ende 20 bzw. gerade 30) oder bissi drüber unterwegs, die sie sich hätte angucken können. Aber Frau Pädagogin sorgt sich natürlich um die Jugend. Von den 5 Toyboys sahen 2 gut aus, Frau Pädagogin tanzte mit den anderen 3. Die 5 kamen (angeblich) aus London und seien Engländer. Yoah, deshalb sprachen sie zum Teil auch spanisch miteinander (also, nicht alle, aber die 2 gut aussehenden unterhielten sich kurz auf spanisch). Als die BF erwähnte, dass wir am nächsten Tag nach Lissabon weiterfliegen würden, waren sie ganz begeistert, und ob wir am Samstag Abend noch in Lissabon wären, weil da fliegen sie weiter, und dann könnten wir ja zusammen weg gehen… BF gleich so ja klar! Ich so *donk* bitte nicht! Einer der gut aussehenden zückte sein Händi, wegen Nummerntausch. Ja, die BF hatte ihr Händi in Germania gelassen, also, Nadine gib dem Roger mal Deine Nummer.

Gut, meine Händinummer ist jetzt kein Geheimnis, aber ich hab BF gesagt, wenn irgendwann mal des Nächtens um 3 oder so mein Händi klingelt und ein englischer besoffener Roger dran ist, dann werde ich zur Furie. Oder rufe sie auch um die Uhrzeit an. Oder so. Vorwahl seines Händis war übrigens echt die 0044 – wohl ein spanischer Student in England.

Die Bubis wollten dann noch weiter in einen Club namens Joy´s irgendwas. Ich gehe eher ungern in Clubs, die mich vom Namen her an einen schlechten Puff in der Heimatstadt erinnern. Da war für mich auch eher der Name des Clubs ausschlaggebend als die Jungs.

BF war dann eh müde und wollte ins Hotel. Daraufhin beschlossen die Jungs, doch auch in ihr Hotel zu gehen. Wir können sie ja noch begleiten und uns etwas unterhalten. BF irritiert. Wat wolln die mit uns alten Schachteln? Ich hab sie dann an folgendes erinnert: „Auf am oidn Radl lernt ma s fahrn!“ (zu deutsch: Auf einem alten Fahrrad lernt man, wie man fahrradfährt! Was in Bayern soviel heißt wie, dass man den zwischenmenschlichen Akt am Besten mit darin erfahrenen Personen übt, wenn man jung ist, damit man später weiß, wie dies zu handhaben ist.)

Also bin ich Klumpfuß mit der BF aka oids Radl wieder zum Hotel gestiefelt. Bis wir dann in der waagerechten waren (wir haben es geschafft, immer noch nicht unter die Bettdecke zu gucken), war es eh schon 4.

Beim Frühstück am nächsten Morgen, diesmal in einem anderen Cafe, saß am Tisch neben uns ein Pärchen. Italiener. Er hat in seiner Verzweiflung ob dem für italienische Verhältnisse doch eher sparsamen spanischen Frühstück immer noch sehr gut ausgesehen. Ich so zur BF: Toll, da fliegt man nach Spanien, und der hübscheste Mann den man auf der ganzen Reise sieht ist Italiener. Hätten wir auch in 4 Stunden mit dem Auto Richtung Süden haben können! Sie: Aber… Tapas! Vino! Ich: Pizza! Vino! Sie: Schuhe in Größe 42! Ich: Ok, Du hast Recht!

Der verzweifelte hungrige Italiener hat dann übrigens einfach 3 Portionen Frühstück für sich bestellt, dann gings wohl einigermaßen.

Wir sind dann zum Parque del Retiro gegangen (auf dem Weg dorthin bei 24°C schon wieder nen Schal gekauft), dort etwas spazieren gegangen, haben den Glaspalast angeschaut (gigantisch!) und dort einfach etwas gechillt und das schöne Wetter genossen.

Schließlich wussten wir, dass wir seeehr bald den Madrider Metro-Marathon zum Flughafen zu laufen hatten. Um 13 Uhr sind wir vom Hotel losgelaufen.

Während die BF bisher bei jedem Flug die Schuhe ausziehen musste, musste sie das diesmal nicht. Dafür die komplette Schlange, die bei „meinem“ Kontrolleur anstand. Da waren dann auf einmal alle strumpfsockig. Ich auch. BF in der Schlange nebenan lacht.

Während wir alle die Schuhe auszogen, wurde das Handgepäck durchleuchtet. Ich hatte meinen Pass und den Boarding-Pass und die Hotel-Reservierung für Lissabon in so eine Klarsichtmappe separat in diese Plastikbox zu Handtasche und Schuhen gelegt. Und als ich durch den Security-Check durch war, war die Klarsichtmappe weg.

Boah, mir ging der Arsch auf Grundeis! ALTER!!!! Grundsätzlich hätte ich zwar schon fliegen können, ich hatte ja noch den Perso im Handgepäckskoffer, aber Pass weg, Boarding-Pass weg, Hotelbestätigung weg…

Die nette Flughafenmitarbeiterin hat mich dann zum zuständigen Polizisten gebracht. Der hat mir dann gleich suchen geholfen und hat die Security-Menschen auf den vermissten Reisepass aufmerksam gemacht.

Dann hat er gefragt, ob ich noch ein Ausweisdokument dabei hab, weil er mich sonst nicht fliegen lassen darf (hatte ich ja Gott sei Dank). Dann hat er mir erklärt, dass mir die Fluggesellschaft einen Ersatzboardingpass ausstellt, ich dann meinen Reisepass in der Flughafenpolizeistation als vermisst melden muss, und nachdem das alles außerhalb vom Sicherheitsbereich ist, muss ich dann wieder durch den Check. Ich hab die BF mit dem Handgepäckskoffer im Sicherheitsbereich geparkt, der Polizist hat mich unter seine Fittiche genommen und fast bis zur Airline gebracht, mir nochmal erklärt, wo ich dann die Polizeistation finde… ja. Die nette Airlinemitarbeiterin (Typ tröstende Tüddelmutti – danke, ich hab das sooo gebraucht!) hat mir nen neuen Boardingpass ausgestellt, und während sie mir nochmal den Weg zur Flughafenpolizei erklärt hat, kommt mein neuer spanischer Lieblingspolizist angerannt, mit meiner Klarsichttasche mit Pass und allem anderen drin. Mir sind mindestens die kompletten Alpen vom Herzen gefallen, DAS dürft ihr mir glauben! Ich denke, es ist selten eine Touristin einem Polizisten mitten auf dem Madrider Flughafen um den Hals gefallen und hat „Thank you!“ gestammelt. Der war sowieso so cool und hatte die Lage im Blick – der hat bestimmt vor Kurzem einen Kurs in „wie gehe ich mit hysterischen Touristinnen um“ gehabt.

Beim erneuten Security-Check ging dann die Sirene los. Ich hatte genau das Selbe an wie ca. 30 Minuten vorher. Wurde ich also durchsucht. War dann aber auch egal, ich hätte mich auch komplett nackig ausgezogen, Hauptsache, ich hatte meine Unterlagen wieder.

Die BF hat mir dann erzählt, dass, als ich beim ersten Security-Check mit der kompletten Schlange die Schuhe ausziehen durfte, der Typ vor mir bloß sein Handgepäck aus der angestauten Handgepäcksmasse gegriffen hat, nicht aufgepasst hat, und meine Unterlagen mitgenommen hat. Das ist ihm dann wohl aufgefallen, irgendwann, und hat er es am Sicherheitscheck abgegeben, die dann „meinen“ Polizisten informiert haben, der sich dann mit dem ganzen Graffel auf den Weg zu mir gemacht hat.

Mann, das war echt ein Adrenalinanstieg in der knappen halben Stunde – wow.

Nach dem Beruhigungskaffee aus dem Automaten saßen wir irgendwann im Flugzeug zu unserer nächsten und letzten Station: Lissabon!

Und wenn ich da auch den Bericht geschrieben hab, dann werde ich ein paar Fotos von der gesamten Reise hochladen.

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Nun kommen wir also zu Teil 1 des Reiseberichts.

Wie schon verraten, ging es zuerst nach Barcelona.

Nachdem wir da gelandet sind und unsere Koffer bekommen haben (das ist echt immer so ein spannender Moment), sind wir ab zum Hotel, via Metro und Taxi.

Wir haben im Solvasa Barcelona genächtigt. Das Hotel ist kostengünstig und sauber, es riecht allerdings sehr chlorig (wir dachten erst, da wär noch irgendwo n Swimmingpool versteckt) und man muss mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die City rein.

Das Wasser aus Hahn und Dusche schmeckte auch chlorig. Da möchte man nur die maximal notwendige Menge zum Mundausspülen nachm Zähneputzen nehmen… Und wenn man dann noch an die Wasserschmecktnurchlorigwennurinimschwimmbeckenist-Geschichten denkt… *ürgs* besser nicht.

Am Nachmittag haben wir dann mit Citysightseeing die beiden angebotenen Rundfahrten gemacht. Im Nachhinein bin ich davon überzeugt, dass der andere Anbieter (der mit den türkisen Seiten… wie hieß er noch? Barcelona Bus Touristic?) die besseren Routen gehabt hätte. Mit dem bin ich nämlich vor ein paar Jahren schon mal gefahren, und den fand ich deutlich besser. Auch die Erklärungen über die Ohrstöpsel fand ich damals bei Barcelona Bus Touristic besser als bei Citysightseeing. Ein paar Sachen wusste ich noch, und konnte diese deshalb der BF ergänzend mitteilen.

Dann war der Plan folgender: Zurück ins Hotel, Aufhübschen und ins Maremagnum, weil da angeblich sooo viele Bars und Discos sind.

Wir also ab in den Bus. Und dann…. fährt der Bus einfach irgendwo hin. Yoah, danke. Erst dachten wir uns noch „vielleicht fährt der zurück anders… einfach eine große Schleife…“ aber wenn in dem Moment, wo die Eine die Andere fragt: „Wo zum Teufel sind wir eigentlich?“ rechts am Straßenrand ein Restaurant namens „La Pampa“ auftaucht… Da macht man sich Gedanken.

BF fasste sich ein Herz und fragte den Busfahrer, ob er denn auf dem Rückweg in unser Viertel fährt, wenn er es schon auf dem Hinweg auslässt und einfach auf die Autobahn fährt…?

Ja, nö, tut er nicht (zurückfahren), wir mussten umgehend aussteigen, und da standen wir nun – 17 km vom Hotel weg, in einem Kaff mitten in Spanien. Der Busfahrer gab uns noch den grandiosen Tip, dass gegenüber von der Haltestelle die Busse zurück in die Stadt fahren. Toller Tip. Nur dass der nächste Bus in der Früh um kurz nach 5 fährt. Aber ok. Wolln wa mal nich kleinlich sein. Eher froh, dass wir nicht auf der Autobahn gefragt haben.

Der einzige Gastronomiebetrieb des Dorfes war, Dank sei dem, dem Dank gebührt, noch geöffnet und rief uns ein Taxi „You want to go to Barcelona? How do you get here?“.

Irgendwann ewig spät waren wir dann im Hotel, und beschlossen übereinstimmend, dass wir keinesfalls heute nochmal das Zimmer verlassen würden. Weiß der Teufel, wo wir dann rauskommen. Außerdem hatten wir beide in der vorige Nacht nur 3 Std. (ich) bzw. gar nicht (sie) geschlafen, weil wegen Abfahrt um 6:30, Koffer packen, etc.

Am nächsten Tag in der Früh um 9 ging es dann ab in die Stadt (mit der Metro! Weil Schienen kann man nicht so leicht übergehen, fahrplanmäßig), Frühstücken im Cafe Zürich. Cafe con leche hab ich echt lieb gewonnen!

Anschließend liefen wir verdammt viel. Über die Playa de Catalunya zur Casa Mila um diese zu besichten (rentiert sich! Aber ich steh ja eh auf die Architektur von Gaudí) und anschließend in dem zugehörigen Cafe etwas zu trinken (war schließlich sauwarm) und den Kellner zu, äh, besichtigen; die La Rambla runter zum Hafen (lecker Tapas gegessen, war schon fast 2 Uhr!) und dann ins Barri Gotic. Da wollten wir nur etwas schlendern. Haha! Beim Schlendern kamen dann neue Schuhe mit (ich kann nix dafür, aber soooo süße Ballerinas made in Barcelona und so geniale Keilabsatzschuhe mit auswechselbaren Riemchen!). Und eine Uhr für Mama zum Geburtstag. Und neue BH´s. Diese stinknormalen Alltagsdinger, die mir HIER nie passen, und wenn doch, schweineteuer sind. Der spanische kostengünstigere Hersteller allerdings passte mir perfekt. Ich hab das Ding gleich in 4 Farben gekauft – bevor ich hier dann wieder zum Suchen anfang!

Und auf einmal war es dunkel – ups! Wir also schnell ins Hotel und uns ausgehfein gemacht, und dann zum Maremagnum. Scheißdreck volle Essengeh-/Partyzone. Gar nix ist da. Deshalb haben wir uns wieder vom Acker gemacht und haben auf der La Rambla Tapas gegessen. Anschließend haben wir uns auf die Suche nach einem Kaffee gemacht. Überall gabs keinen Kaffee mehr. Erst im vorletzten Cafe gab es noch Kaffee. Ich hätte den Kellner abknuddeln können. Zum Glück hab ichs nicht gemacht, der war so schon recht… nun… sagen wir… ums Wohlergehen seiner Gästinnen besorgt. Oder zumindest um mein Wohlergehen. BF wollte Nachspeise bestellen, sie meinte, sie hätte nackig aufm Tisch tanzen können und nicht seine Aufmerksamkeit bekommen. Seltsam, da sie mir doch gegenüber saß, und er nix besseres zu tun hatte, als mir die ganze Dessertkarte zu empfehlen, weil ich das alles probieren muss, und er liebt dieses Essen und blaaaa und BF immer so „Hallo? Ich will was bestellen!!!!! Haaaaaalllllooooooooo!“

Irgendwann hab ich dann für sie bestellt (wenn sie Hunger hat und nix kriegt… nä, das ist mir zu gefährlich) und Herrn Glutauge (gnihihi) total verletzt, weil ich das nicht probiert hab.

Anschließend gings noch ins Barri Gotic in nen Irish Pub – ja, ich weiß, in Spanien in den Irish Pub… – aber nachdem die BF den Barkeeper so sehenswert fand, obwohl der Türsteher doch um Klassen besser war (giggel… Weiber on Tour) mussten wir da rein.

Ach ja, irgendwann zwischen Casa Mila und Barri Gotic musste ich für Frau BF, die Pädagogin, noch 2 ansehnliche Polizisten von hinten knipsen. Sehr erwachsen. Aber ich war komplett unauffällig mit meinem Zoom.

Irgendwann waren wir dann wieder im Chlorhaus (per Taxi… so spät fährt die Metro nimma) und am nächsten Tag in der Früh wollten wir zur Sagrada Familia (davor noch mein Cafe con leche). Aufgrund von Warteschlangen bis dorthinaus *zeig* haben wir spontan beschlossen, die Sagrada Familia nur von außen zu besichtigen, und dann lieber in den Park Güell zu fahren. Der Park ist soooo schön. Komplett irre, aber soooo schön.

Weil die Koffer ja noch so leer waren *hust* (ich hatte da schon Sorge wegen der Weiterreise! Im Hardrockcafe war ich ja auch noch!) hab ich mir noch einen Schal gekauft. Bei fast 30°C. War aber nur n dünner Schal.

Dann haben wir unsere Koffer geholt und sind Richtung Flughafen.

Würde ich irgendwas anders machen? Jein! Die Sachen, die wir gesehen haben, würde ich nicht missen wollen. Und die To-See-Liste für den nächsten Barcelona-Aufenthalt ist lang. Was ich aber machen würde ist, mir ein günstiges Hotel im Barri Gotic oder eben der Gegend zu suchen. Wir haben sehr viel Zeit und Geld in die Öffentlichen und ins Taxi (17 km zurück nach Barca… wir erinnern uns…) investiert. Geld für die Öffentlichen hätten wir dann zwar trotzdem etwas gebraucht (Barcelona ist sehr weitläufig von den Sehenswürdigkeiten her), aber nicht so viel. Und ich hätte mir eben die anderen Hop off Hop on – Busse genommen.

Wenn man aber nur zum Sightseeing und ohne Ausgehen nach Barcelona will, ist das Solvasa trotzdem eine gute Wahl, denn dann besorgt man sich ne Metro-Streifenkarte und gut is.

Super war, ich war direkt am ersten vollen Urlaubstag schon total im Urlaubsmodus und hab nicht eine Sekunde an die ganze Scheiße zu Hause im Büro gedacht. Ich war einfach weit weit weg. Und das war sooo schön und hat mir sehr gut getan.

Unser Flugzeug flog uns dann übrigens nach Madrid.

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