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Posts Tagged ‘Verzweiflung’

Ich bin kein sonderlich ungeduldiger Mensch, aber auch kein sonderlich geduldiger. Normal, würd ich sagen.

Vielleicht tendier ich so ein bisschen mehr zur Ungeduld, aber ich kann mich zusammenreißen.

Mit Leuten wie meiner Cousine („ich fahr auf der Autobahn immer auf der mittleren Spur, da gelten die Verkehrsschilder rechts und links nicht, da kann ich fahren so schnell ich will“) haben ich und meine Nerven zwar ernsthafte Probleme, aber wer kann mir das verdenken???

Tini ist inzwischen mit ihrer Anlernphase bei mir fertig, und kaum hatte ich 2 Wochen Zeit den dadurch entstandenen Rückstau auch nur ansatzweise zu überblicken (zwischendurch noch Aushilfen Angie, Cissy und Rex nebenbei informiert und beaufsichtigt, die können jetzt auch schon ganz viel allein) habe ich wieder „nebenbei“ 3 Leute zum Einlernen sitzen. Mein Vorschlag mein Büro in den Schulungsraum zu verlegen, damit man sich nicht ständig auf die Zehen tritt wurde von Chef elegant ignoriert.

Ich empfehle also festes Schuhwerk in meinem Büro. *Drehstuhldrüberroll – aua*

Marcin und Didi sind ungelernte Aushilfen, die nur einen kleinen Prozentbereich können sollen und deswegen brauchen die auch nicht mehrere Wochen Anlernzeit. Amelie ist gerade mit der Ausbildung fertig und soll „komplett“ einsetzbar werden, so wie letztes Jahr Tina und vor wenigen Wochen Tini. Amelie wird super, die passt. Da mach ich mir keine Sorgen. Sie stellt sich definitiv besser an als Tini, eher so wie Tina.

Marcin braucht noch etwas länger für seine Sachen, macht sie aber so weit ganz ordentlich.

Und Didi kostet mich die allerletzten Nerven. Das ist der Beweis, dass ein Abitur nicht gleichbedeutend mit „Mensch denkt mit“ ist. Sie ist so – waaaaaaaaaaah!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Didi ist sicher ein sehr netter Mensch. Sie ist zwar ziemlich unsicher im Auftreten, aber das bedeutet ja nicht, dass jemand gestellte Aufgaben nicht erledigen kann. Nur, in diesem Falle… Bedeutet es das.

Amelie musste das, was Didi macht, auch lernen. Wir hatten dafür exakt 5 Minuten Zeit. Tini hatte 10 Minuten damals (da mussten wir den Rechner neu starten), Tina hat sich das selbst beigebracht.

Ich saß fast 8 Stunden (!!!!!!!) neben Didi. Bei einer ungelernten Kraft habe ich mit ca. 40 Minuten gerechnet und lag damit bisher auch nicht falsch. Was sie machen muss ist Schema F. Und wirklich nicht schwer. Sie muss nur Anhänge an E-Mails hängen und verschicken. Bei der gefühlten 1000sten Erklärung, die sie, ebenso, wie die 999x davor, mitschrieb, habe ich mir Entspannungsmittelchen irgendwelcher Art gewünscht. Und ich nehme keine Drogen. Ich rauche nicht, ich trinke selten Alkohol, und die verbotenen Betäubungsmittel hab ich nie auch nur probiert (das reizt mich auch alles gar nicht). Ich nehme keine Medikamente (aufgrund meiner Darmerkrankung noch nicht mal die Pille), ich bin nicht spielsüchtig. Aber da hätte ich etwas zur Entspannung brauchen können, weil meine Geduld echt ziemlich am Ende war (was man mir laut Tina und Tini nicht angemerkt hat).

Trotzdem hab ich mich auch das 1000ste Mal und das 1001ste Mal und und und zusammengerissen. Dann hab ich sie irgendwann, als sie meinte, jetzt ginge es, alleine machen lassen.

Großer Fehler.

Ganz großer Fehler.

Den Teil der Datenbank den Didi verschicken sollte hat sie zwar nicht verschickt, aber leider gelöscht.

Ich werde morgen Stunden für die Rekonstruktion brauchen.

Amelie war völlig baff. Nach 3 Minuten hat sie mich gefragt, WIE man das schafft und was man da falsch machen kann. Und wie man auf die Idee kommt, das zu löschen statt zu versenden.

So ein langfristiges Problem, das wir einige Stunden beheben werden, muss ich der Chefin mitteilen. Wir haben Didi ja zur Entlastung zugeteilt bekommen, nicht, dass sie uns noch mehr Arbeit macht.

Eine noch einfachere Arbeit als das haben wir leider nicht. Keine Ahnung, was sie sonst machen soll.

Die Chefin klärt, ob man sie in eine andere Abteilung setzen kann.

Das tut mir Leid für Didi. Aber was hab ich für Alternativen? Eigentlich keine. Ich hab es mir abgewöhnt, immer für alle alles aufzufangen und abzuarbeiten und auszuputzen. Weil dann wird das MIR nämlich zu viel.

So Leid es mir für Didi persönlich und menschlich tut – wir brauchen jemand anderes, der uns tatsächlich eine Hilfe ist.

Wenn es übrigens nicht möglich sein sollte, mir mehr Geduld zu schenken, dann hätte ich gern so die ein oder andere Million Euro. Wenn das Haus dadurch abbezahlt ist und die Solar- und Photovoltaikanlage drauf und alles umgebaut und hergerichtet und so, dann könnte ich die Wochenarbeitszeit reduzieren auf eine Stundenzahl für die meine Geduld ausreichend ist 😉 Nicht, dass man für die Abzahlerei und Umbauerei eine Million bräuchte. Aber schaden tät sie sicherlich auch nicht.

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